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Donnerstag, 20. November 2014

Zuschüsse für Energieberartungen steigen im März 2015

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) passt die Förderkonditionen mit Wirkung zum 01. März 2015 erfreulicher Weise für Energieberatungskunden an. Die Zuschüsse für eine Vor-Ort-Beratung werden deutlich erhöht.

Bisher wurden Gebäude zu Wohnzwecken gefördert, deren Baujahr vor dem 01.01.1995 liegt. Die neue Richtlinie erweitert die Förderung, indem ab März 2015 auch Gebäude gefördert werden, wo der Bauantrag oder die Baunzeige bis zum 31. Januar 2002 gestellt bzw. erstatten worden ist. Liegt die Förderung für die BAFA-Energieberatung derzeit für Ein- und Zweifamilienhäuser noch bei 400 Euro, so liegt sie nach der neuen Förderrichtline künftig bei 800 Euro, wenn die Zuwendung nicht 60 Prozent der förderfähigen Kosten übersteigt. Bei Mehrfamilienhäusern wird der Zuschuss von 500 auf 1.100 Euro erhöht. Wohnungseigentümergesellschaften erhalten zusätzlich bei einer Präsentation des Energieberatungsberichtes auf einer Eigentümerversammlung oder Beiratssitzung 500 Euro pro Beratung.

Thermografien und zusätzliche Stromhinweise sind in der neuen Förderung nicht mehr Gegenstand der Förderung. 

Beratungsempfänger haben künftig zudem eine Wahlmöglichkeit mit Blick auf den Inhalt des Energieberatungsberichts: Entweder kann der Fokus auf der Erstellung eines energetischen Sanierungskonzepts für eine Sanierung des Wohngebäudes zum KfW-Effizienzhaus (zeitlich zusammenhängende Komplettsanierung) liegen oder es kann um eine umfassende energetische Sanierung in Schritten mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen gehen (so genannter Sanierungsfahrplan).

Weitere Informationen zum Förderprogramm erhalten Sie online beim BAFA.

Freitag, 14. November 2014

Gefährdet die Sonnenfinsternis im März 2015 die deutsche Stromversorgung?

Eine Sonnenfinsternis in Deutschland ist zwar selten, kommt aber dennoch in regelmäßigen Abständen vor. Die nächste hat sich schon für den 20. März 2015 angekündigt.

Bild: segovax  / pixelio.de
Der Frage inwiefern sich die Sonnenfinsternis auf die Stromerzeugung der Photovoltaikanlagen und damit auf die gesamte Stromversorgung in Deutschland auswirkt, haben sich die Wissenschaftler der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) angenommen, berichtet sonnenseite.com.
Die Experten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Schwankungen in der Solarstromerzeugung auch bei wolkenlosem Himmel durch verschiedene Ausgleichsmaßnahmen regeln lassen.

Das Team um Prof. Dr. Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, hat die Leistungsabgabe der in Deutschland installierten Photovoltaikanlagen für die Sonnenfinsternis im März 2015 zeitlich und räumlich hochaufgelöst berechnet. Zwischen 9:30 Uhr und 12:00 Uhr wird am 20. März 2015 die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt sein, was zur Reduktion der Solarstromleistung führt. Die Analyse der daraus entstehenden Schwankungen lag im Fokus der Studie. Diese Schwankungen wurden für unterschiedliche Bewölkungssituationen bestimmt. Ist der Himmel frei von Wolken, ist mit einer Änderung der Stromleistung zu rechnen, die bis zu dem 3,5-fachen der gewöhnlichen Leistungsänderungen entsprechen könnte.

Verschiedene Maßnahmen könnten laut sonnenseite.com diese Schwankungen ausgleichen.

Prof. Dr. Volker Quaschning erklärt, dass es aus technischer Sicht möglich ist, die Leistungsschwankungen mit den vorhandenen Pumpspeicherwerken auch bei wolkenlosem Himmel auszugleichen. Schnell regelbare Gaskraftwerke könnten ergänzend zum Ausgleich beitragen, vorausgesetzt die Sonnenfinsternis wird im Vorfeld bei der Kraftwerkeinsatzplanung berücksichtigt.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Bürgerinformationsveranstaltung „Stromdächer in Weyhe mit Solarspeichersystemen – Erfahrungen, Fördermittel und Trends“ im Weyher Rathaus


Damit die Energiewende eine Erfolgsstory wird, bedarf es nicht nur der Unterstützung von Unternehmen, Kommunen und öffentlicher Einrichtungen, sondern auch die Bürger selbst spielen eine zentrale Rolle.

Ein nicht unwesentlicher Bestandteil der Energiewende ist die Installation von Stromspeichersystemen. Damit besteht die Chance, den Anteil des selbst verbrauchten Stromes zu erhöhen und sich langfristig weitaus unabhängiger von der Strompreisentwicklung regionaler Energieversorger zu machen. Deshalb veranstaltet das Kompetenz-Netwerk Klimaschutz Weyhe PLUS die Infoverantstaltung „Stromdächer in Weyhe mit Solarspeichersystemen – Erfahrungen, Fördermittel und Trends“ am 04. November 2014 ab 18.30 Uhr im Ratssaal des Rathauses der Gemeinde Weyhe.

Jens Tiekenheinrich von der Avacon AG in Syke stellt die Erfolge des „e-Home“-Projektes in Weyhe vor. Binnen des Projektes haben die Haushalte der Studie seit Anfang 2014 eine Erweiterung mit Stromspeichersystemen umgesetzt.

Dennis Krugmann vom Energieberatungsteam enerpremium referiert zum Thema "Bürgerenergie im Wandel der Zeit". Außerdem stellt Krugmann staatliche und regionale Förderprogramme zusammenfassend in seinem Vortrag "Aktuelle Fördermittel im Überblick" vor.

Abschließend stellen Experten Stromspeichersysteme vor und es gibt eine offene Fragerunde.  

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Rockefeller-Stiftung setzt auf Erneuerbare Energien

John D. Rockefeller wurde mit der Firma Standard Oil einst zum reichsten Mann der Welt. Seine Erben wollen nun ihr Geld aus Öl und Gas abziehen und sich damit von fossilen Brennstoffen verabschieden, berichtet das greenpeace magazin.

Bild: DLConsulting  / pixelio.de
Die 670 Millionen Euro schwere Stiftung, Rockefeller Brothers Fund, habe kürzlich angekündigt sich bis zum Jahresende fast vollständig vom Kohlegeschäft und der Ölgewinnung aus Teersand zurückzuziehen. Des Weiteren sollen laut greenpeace magazin Kapitalanlagen in andere fossile Energieträger in den kommenden Jahren reduziert und verstärkt in Erneuerbare Energien investiert werden.

Damit gehört der Rockefeller Brothers Fund zu einer Gruppe von über 800 Stiftungen, Investmentfonds und öffentlichen Einrichtungen, die über 50 Milliarden Dollar aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen abziehen wollen.
Bild: Uwe Steinbrich  / pixelio.de

Stiftungs-Präsident und Rockefeller-Nachkomme Stephen Heintz betont laut greenpeace magazin, dass es ganz im Sinne Ihres Vorfahren sei, da er als kluger und zukunftsorientierter Geschäftsmann in der heutigen Zeit ebenfalls alternativ in Erneuerbare Energien investiert hätte.

Aber nicht nur moralische Gründe haben die Stiftungsträger animiert, ihr Geld von fossilen Brennstoffen abzuziehen. Auch wirtschaftliche Überlegungen spielen dabei natürlich eine Rolle. Da die Energiemultis schweren Zeiten entgegensteuerten, sei das Investment riskant, erklärte Stiftungsverwalter Steven Rockefeller, der damit auf die These einer "Kohlenstoffblase" abzielt, die bald platzen wird.

Die New York Times berichtet, dass neben den Rockefellers weitere Stiftungen und Milliardäre Ihren finanziellen Rückzug aus fossilen Energien ankündigen werden und sich so 50 Milliarden Dollar bilden, welche Firmen wie BP, Exxon Mobil oder Shell dann fehlen.

Dienstag, 21. Oktober 2014

Ostteil des Aralsees ausgetrocknet

Der Aralsee in Zentralasien bedeckte noch vor rund 14 Jahren eine Fläche von 68.000 Quadratkilometern und war damit nur unwesentlich kleiner als Bayern. Nun zeigen erschreckende Aufnahmen des NASA-Satelliten Terra ein anderes Bild, wie das Internetportal ingenieur.de berichtet.

Wo einst eine riesige Wasserfläche zu sehen war, bleibt heute eine Sand- und Salzwüste zurück, welche laut ingenieur.de mit giftigen Dioxinen belastet ist.

Der Ostteil des Sees hat allein zwischen 2006 und 2009 vier Fünftel seiner Fläche verloren und stand kurz vor der Austrocknung, konnte sich aber 2010 noch einmal aufgrund ungewöhnlich starker Niederschläge erholen.

Bild: Tobias Kunze  / pixelio.de
Noch im vergangenen Jahr bedeckte ein flacher See das Land. Die Satellitenbilder zeigen im August allerdings nur noch eine riesige Sandwüste. Die Europäische Weltraumagentur ESA rechnet damit, dass der Aralsee bis 2020 komplett ausgetrocknet sein wird, so der Bericht. Denn bislang habe der einst viertgrößte See der Welt bereits 90 Prozent seines Wasservolumens verloren.

Für die Region ist die Austrocknung des Sees eine ökologische Katastrophe: Das Land ist verseucht. Die Amerikaner nennen das Gift Agent Orange, welches dazu diente, 1971 die Wälder Vietnams zu entlauben um Verstecke der Vietcongs sichtbar zu machen. In der Sowjetunion wurde es für eine maschinelle Baumwollernte auf den Feldern eingesetzt. Das Mittel ist herstellungsbedingt mit einem der schlimmsten Dioxine verseucht, bekannt als Seveso-Gift.

Der einst von Josef Stalin angekurbelte Baumwollanbau ist auch der Grund für das Schrumpfen des Sees. Um riesige Baumwollplantagen bewässern zu können, leiteten die Farmer den größten Teil der beiden Flüsse, Amudarja und Syrdarja, welche den See speisten, auf ihre Felder um. Seitdem sinkt der Wasserspiegel, so dass die Fischerei eingestellt werden musste, Hafenstädte trocken fielen und der Salzgehalt auf einen Wert stieg, der den der Ozeane übertrifft.

Dieser hohe Salzgehalt beschleunigte die Katastrophe letztendlich. Da sich das salzhaltige Waser bevorzugt im unteren Bereich des Sees sammelt, konnte kein Austauschen mit dem wärmeren Oberwasser stattfinden. Dadurch wurde die Verdunstung beschleunigt, was die Wasserfläche noch schneller reduzierte.

Montag, 20. Oktober 2014

Deutscher Atomausstieg wird von Frankreich übertrumpft

In den kommenden 10 Jahren will Frankreich 22 Atomkraftwerke abschalten. Das obwohl die Stromversorgung bisher zu 75 Prozent von Atomkraft in Frankreich abhängt, berichtet die Zeitung „Die Welt“. Ambitionierte Ziele.

Die französische Nationalversammlung hat nach Zeitungsangaben für die Senkung des Anteils der Atomkraft an der Stromversorgung von 75 auf 50 Prozent im Jahr 2025 votiert. Am Freitag stimmten die Abgeordneten für den ersten Artikel eines neuen Energiewende-Gesetzes, in dem die versprochene Atomstrom-Reduzierung von Francois Hollande festgeschrieben ist.

Die deutsche Bundesregierung verfolgt laut Zeitungsbericht den Plan, bis Ende 2022 die 17 deutschen Atomkraftwerke abzuschalten. Mit der geplanten Stilllegung der französischen Kraftwerke, übertrumpfe Frankreich selbst Deutschland.

Die Atomstromquote ist in Frankreich eine der höchsten der Welt, da die Stromversorgung zu rund 75 Prozent von den 58 Kernkraftwerken abhängt. Deutschland versorgte sich bis 2011 zu rund 25 Prozent aus Atomkraftwerken.

Bild: Kurt Michel  / pixelio.de
In Frankreich gehe es primär um die Senkung der Abhängigkeit von Atomstrom und Energie-Importe. 2020 sollen Erneuerbare Energien 23 Prozent der französischen Stromproduktion ausmachen, so der Plan. Bis heute liegt deren Anteil bei knapp 14 Prozent. Ebenfalls solle der Anteil von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

Laut Umweltministerin Ségolène Royal soll der neue Strommix die Geldbeutel der Verbraucher entlasten. Die konservative Oppositionspartei UMP Partei hingegen kritisierte die Senkung des Anteils der Atomenergie. So sagte der Abgeordnete Michel Sordi, in dessen Wahlkreis das Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze liegt, dass die Atomkraft ein Teil der Energiewende sei.

Das Kraftwerk in Fessenheim stillzulegen war ein Wahlversprechen Hollandes, welches durch die Aussage der Umweltministerin Royal in Frage gestellt wurde, der betonte, dass nicht zwangsläufig beide Reaktoren in Fessenheim stillgelegt werden müssen.

In Reaktion hierauf hat der baden-württembergische Energie- und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) die Regierung in Paris erneut zur Schließung des AKW Fessenheim bis spätestens 2016 gedrängt. Es stelle ein enormes Sicherheitsrisiko dar, das AKW weiterhin zu betreiben.

Freitag, 17. Oktober 2014

Vattenfall verklagt Bundesregierung

Nach E.ON und RWE ist Vattenfall nun der dritte große Energiekonzern, der die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs auf Schadensersatz verklagt. Allerdings ist Vattenfall als ausländisches Unternehmen der einzige Konzern des Trios, der mit seiner Klage nach Washington vor das internationale Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) gehen kann. In Fachkreisen werden ihm dort gute Chancen zugesprochen, berichtet der Newslettter des greenpeace magazins.

Bild: Tony Hegewald  / pixelio.de
E.ON fordert 380 Millionen und RWE 235 Millionen Euro, wobei diese Summen weit geringer sind als die von Vattenfall angesetzte Summe in Höhe von 4,7 Milliarden Euro. Des Weiteren haben die beiden Konzerne eine Verfassungsbeschwerde eingereicht und wollen sich auch bei der Endlagersuche nicht finanziell beteiligen.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, beschreibt die Forderungen von Vattenfall als unverschämt: Der Konzern verlange die Kostenübernahme des eigenen Managementversagens durch die deutschen Steuerzahler.