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Montag, 20. Oktober 2014

Deutscher Atomausstieg wird von Frankreich übertrumpft

In den kommenden 10 Jahren will Frankreich 22 Atomkraftwerke abschalten. Das obwohl die Stromversorgung bisher zu 75 Prozent von Atomkraft in Frankreich abhängt, berichtet die Zeitung „Die Welt“. Ambitionierte Ziele.

Die französische Nationalversammlung hat nach Zeitungsangaben für die Senkung des Anteils der Atomkraft an der Stromversorgung von 75 auf 50 Prozent im Jahr 2025 votiert. Am Freitag stimmten die Abgeordneten für den ersten Artikel eines neuen Energiewende-Gesetzes, in dem die versprochene Atomstrom-Reduzierung von Francois Hollande festgeschrieben ist.

Die deutsche Bundesregierung verfolgt laut Zeitungsbericht den Plan, bis Ende 2022 die 17 deutschen Atomkraftwerke abzuschalten. Mit der geplanten Stilllegung der französischen Kraftwerke, übertrumpfe Frankreich selbst Deutschland.

Die Atomstromquote ist in Frankreich eine der höchsten der Welt, da die Stromversorgung zu rund 75 Prozent von den 58 Kernkraftwerken abhängt. Deutschland versorgte sich bis 2011 zu rund 25 Prozent aus Atomkraftwerken.

Bild: Kurt Michel  / pixelio.de
In Frankreich gehe es primär um die Senkung der Abhängigkeit von Atomstrom und Energie-Importe. 2020 sollen Erneuerbare Energien 23 Prozent der französischen Stromproduktion ausmachen, so der Plan. Bis heute liegt deren Anteil bei knapp 14 Prozent. Ebenfalls solle der Anteil von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern bis 2030 um 30 Prozent gesenkt werden.

Laut Umweltministerin Ségolène Royal soll der neue Strommix die Geldbeutel der Verbraucher entlasten. Die konservative Oppositionspartei UMP Partei hingegen kritisierte die Senkung des Anteils der Atomenergie. So sagte der Abgeordnete Michel Sordi, in dessen Wahlkreis das Atomkraftwerk Fessenheim nahe der deutschen Grenze liegt, dass die Atomkraft ein Teil der Energiewende sei.

Das Kraftwerk in Fessenheim stillzulegen war ein Wahlversprechen Hollandes, welches durch die Aussage der Umweltministerin Royal in Frage gestellt wurde, der betonte, dass nicht zwangsläufig beide Reaktoren in Fessenheim stillgelegt werden müssen.

In Reaktion hierauf hat der baden-württembergische Energie- und Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) die Regierung in Paris erneut zur Schließung des AKW Fessenheim bis spätestens 2016 gedrängt. Es stelle ein enormes Sicherheitsrisiko dar, das AKW weiterhin zu betreiben.

Freitag, 17. Oktober 2014

Vattenfall verklagt Bundesregierung

Nach E.ON und RWE ist Vattenfall nun der dritte große Energiekonzern, der die Bundesregierung wegen des Atomausstiegs auf Schadensersatz verklagt. Allerdings ist Vattenfall als ausländisches Unternehmen der einzige Konzern des Trios, der mit seiner Klage nach Washington vor das internationale Schiedsgericht für Investitionsstreitigkeiten (ICSID) gehen kann. In Fachkreisen werden ihm dort gute Chancen zugesprochen, berichtet der Newslettter des greenpeace magazins.

Bild: Tony Hegewald  / pixelio.de
E.ON fordert 380 Millionen und RWE 235 Millionen Euro, wobei diese Summen weit geringer sind als die von Vattenfall angesetzte Summe in Höhe von 4,7 Milliarden Euro. Des Weiteren haben die beiden Konzerne eine Verfassungsbeschwerde eingereicht und wollen sich auch bei der Endlagersuche nicht finanziell beteiligen.

Die atompolitische Sprecherin der Grünen, Sylvia Kotting-Uhl, beschreibt die Forderungen von Vattenfall als unverschämt: Der Konzern verlange die Kostenübernahme des eigenen Managementversagens durch die deutschen Steuerzahler.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Verbraucher zahlen für Strom fast das Doppelte

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Betrachtet man den Strompreis der vergangenen 14 Jahren, dann hat sich dieser für private Haushalte nahezu verdoppelt (Basisjahr: 2000). Laut Statistischem Bundesamt stieg der Preis von Januar 2000 bis August 2014 um 92 Prozent, so tagesschau.de.

Laut Nachrichtenmagazin profitieren Verbraucher folglich nicht von den seit fast sechs Jahren sinkenden Großhandelspreisen für Strom. Nach Datenlage mussten Stadtwerke und Energieversorger im August 2014 rund vier Prozent weniger für Strom bezahlen als noch im Januar 2000, womit sich der Einkauf eindeutig verbilligt hat. Dennoch wird der Strom für Verbraucher immer teurer.

Freitag, 10. Oktober 2014

Erneuerbare Energien sind im Bereich Strom wichtigste Energiequelle

Die Erneuerbaren Energien sind die wichtigste Energiequelle im Bereich Strom. So toppen Wind, Sonne, Wasser und Bioenergie sogar Braunkohle in den ersten neun Monaten im Jahr 2014. Demnach lieferten die Erneuerbaren Energien rund 27,7 Prozent des in der BRD verbrauchten Stroms. Braunkohle lag diesbezüglich bei 26,3 Prozent. Dies geht aus einem Artikel des Weser Kuriers vom 04.10.2014 hervor, der sich auf das Agorameter bezieht.

Windstrom lieferte demnach den größten Anteil gefolgt von Biomasse und Solarstrom. Dabei fällt laut Statistik vor allem der 06. Juni 2014 auf. An diesem Tag wurden um 13.00 Uhr 24,2 Gigawatt Sonnenstrom in die Netze eingespeist, was der Leistung von rund 20 Kernkraftwerken entspricht. So lieferte der Sonnenstrom in einzelnen Stunden teilweise mehr als ein Drittel des in der BRD verbrauchten Stroms. Eine beachtliche Leistung. 

Montag, 6. Oktober 2014

Elektrofahrzeuge auf dem Weyher Marktplatz

Der neue Renault Zoé
Das e-home-Forum aus Weyhe informierte am 27.09.2014 unter dem Motto "Elektromobilität leben" auf dem Weyher Marktplatz und im Weyher Theater mit einem bunten Rahmenprogramm über Elektromobilität. Der Tag überzeugte mit wissenschaftlichen Vorträgen und neuen E-Fahrzeugen, Probefahrten und Diskussionen. Auf diese Weise wurde Elektromobilität für die Besucher erlebbar.

Tesla Model S in der Frontansicht
Insgesamt war die Veranstaltung sehr gut besucht. Namhafte Automobilhersteller präsentieren Elektrofahrzeuge sowie innovative Technologien. Ein Highlight war dabei das neue Auto der Firma Tesla Motors: Das Model S. Ein echter Hingucker: In 4,4 Sekunden beschleunigt der Tesla auf 100 Stundenkilometer. Auch die Reichweite spricht mit rund 500 Kilometer für sich.

Auch der neue BMW i8 besticht mit seiner innovativen und sportlichen Optik. Allerings handelt es
BMW i8 in der Frontansicht
sich hierbei lediglich um ein Hybridfahrzeug. Der Akku hat eine nutzbare Kapazität von 5,2 kWh, was einer schlappen Reichweite von nur 20 bis 30 km im rein elektrischen Betrieb entspricht. Der Inhalt des Benzintanks beträgt 30 Liter. Die Beschleunigung entspricht der des Model S von Tesla. Der Verbrauch ist mit acht Litern auf 100 Kilometer angegeben, was mit Blick auf die zunehmende Ressourcenverknappnung auch nicht gerade zukunftsweisend ist.Im Vergleich zum rein elektrischen Tesla Model S kann der BMW i8 nicht punkten. 

Tesla Model S in der Seitenansicht
Ebenfalls vor Ort waren die E-Modelle von Renault: Zoé, Kangoo und Twizzy. Auch der neue VW e-Golf war auf dem Marktplatz zu bestaunen.

Die Firma e-Tropolis aus Stuhr präsentierte das E-Motorrad Zero S, das sich rein optisch nicht vor den konventionellen Mottorrädern mit Verbrennungsmotor verstecken muss. Auch E-Fahrräder wurden für Probefahrten bereitgestellt. Insgesamt ein gelungener Tag auf dem Weyher Marktplatz wie wir finden.

 
Motorrad Zero S

Der e-Golf von VW

BMW i8 in der Heckansicht

BMW i8 in der Seitenansicht

Das Cockpit vom BMW i8
Tesla Model S in der Heckansicht





Mittwoch, 24. September 2014

Riesen-Akku in Betrieb genommen

In Schwerin ist eine Super-Batterie ans Netz gegangen, welche in der Lage ist, Öko-Strom zu speichern und witterungsunabhängig zu machen, berichtet das Handelsblatt.

Bild: BirgitH  / pixelio.de
Strom aus Wind und Sonne wird nicht regelmäßig produziert und ist wetterabhängig, weshalb an großen Speichern gearbeitet wird. Betreiberangaben zufolge ist am 16. September 2014 Europas größter Stromspeicher in Schwerin ans Netz gegangen. Er soll zum Erfolg der Energiewende beitragen. Insgesamt 25.000 Lithium-Ionen-Akkus sorgen dafür, dass Schwankungen im Stromnetz ausgeglichen werden, was die Stromversorgung sichert, so der kommunale Energieversorger Wemag, welcher sowohl Investor als auch Betreiber des Speichers ist. Auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ließ sich den Start der Anlage nicht entgehen.

1,3 Millionen Euro Förderung bekommt das Projekt vom Bund. Der 6 Millionen Euro teure Batteriepark leistet fünf Megawatt und ersetzt bei der Sicherung der Stabilität eine 50 Megawatt Gasturbine. Die Super-Batterie wird ohne weitere staatliche Subventionen betrieben, betont Gabriel. Weiterhin erklärt er, dass es die Energiewende ohne permanente Kostensteigerungen gelingen muss.

Wemag-Vorstand Thomas Pätzold erklärt, dass sich die Energieversorgung in Deutschland geändert hat und die Regelung im Netz eine immer größere Rolle spielt. Hierzu trägt die zunehmende Einspeisung von witterungsabhängigem Ökostrom aus Solar- und Windparks bei. Er betont die Vorreiter-Rolle, die Wemag gemeinsam mit seinem Partner Younicos mit diesem kraftwerksunabhängigen Speicher geschaffen hat.

Sigmar Gabriel erklärt gegenüber dem Handelsblatt, dass für die Entwicklung neuer Systeme zur langfristigen Speicherung noch genügend Zeit bleibt. Zwar klinge vieles logisch, aber es gebe auch Sorge um hohe Subventionen und kostenträchtige Entwicklungen, so Gabriel weiter. Aus diesem Grund unterstützt der Bund Forschungsprojekte zur Umwandlung von Strom zu Gas oder Wärme.
Moderne Akkus und andere Speichertechnologien könnten die Aufgaben von Kohle- und Gaskraftwerken in Hinsicht auf die Gewährleistung der Versorgungssicherheit übernehmen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, da weniger fossile Brennstoffe benötigt werden und so weniger CO2 anfällt, erläutert Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), gegenüber dem Handelsblatt.

Mittwoch, 17. September 2014

Brief vom Netzbetreiber: Änderung des Auszahlungszeitpunktes der Abschläge für Stromeinspeisung

Heute erreichte uns per Post ein Schreiben von unserem Netzbetreiber mit dem Betreff "Änderung des Auszahlungszeitpunktes der Abschläge für Ihre Stromeinspeisung". In diesem Schreiben geht es um die Einspeisevergütung für unsere firmeneigene Photovoltaik-Anlage, die Ende 2009 in Betrieb gegangen ist und seitdem grünen Strom produziert. Natürlich werden andere Anlagenbetreiber auch solch ein Schreiben erhalten haben.

Begründet wird die Änderung des Auszahlungszeitpunktes, der sonst üblicherweise im laufenden Monat ausgezahlten Abschläge, mit einer Gesetzesänderung im EEG. Der Netzbetreiber beruft sich dabei auf §19 (2) EEG 2014, nach dem der Netzbetreiber zur monatlichen Abschlagszahlung eines Monats zum 15. des Folgemonats zu leisten hat.

An dieser Stelle wird so manch Anlagenbetreiber denken: "Irgendwie komisch, aber das Geld kommt ja dann nur einen Monat später - hauptsache es kommt." Je mehr man jedoch über diese Praxis nachdenkt, desto mehr kritische Fragezeichen tun sich auf. Vor allem wenn man an den Bestandsschutz von Anlagen denkt, die noch vor dem Inkrafttreten des EEG 2014 ans Netz gegangen sind. Was ist mit Anlagen, die unter ganz anderen Konditionen ans Netz gegangen sind. Kann man hier einfach rückwirkend (!) als Netzbetreiber die neuen Regelungen des EEG 2014 anwenden und sich einfach auf § 19 (2) berufen?

Aus unserer Sicht birgt ein solches Vorgehen der Netzbetreiber ein enormes Konfliktpotenzial. Man denke hier beispielswiese an die vielen Großanlagen, die in Bezug auf die Finanzierung nicht unerhebliche monatliche Belastungen hervorrufen und über die Einspeisevergütung ausgeglichen werden müssen. Bei einer höheren monatlichen Rate kann eine Lücke von einem Monat richtig wehtun und führt bei Anlagenbetreibern mit größeren PV-Anlagen eventuell zu ernstzunehmenden Liquiditätsengpässen. Insofern befürchten wir, dass sich die Netzbetreiber durch ein solches Vorgehen auf Kosten der Anlagenbetreiber bereichern. Sicherlich geht es hierbei um Milliardenbeträge, die hier offenkundig auf Basis einer fragwürdigen Gesetzesgrundlage bundesweit um einen Monat nach hinten geschoben werden. Unser Rechtsgefühl sagt uns, dass an dieser Stelle etwas gewaltig schief läuft.
Zudem stellen wir uns die Frage, ob denn auch die unzähligen Stromkunden im Bundesgebiet ihre EEG-Umlage auch entsprechend später entrichten müssen!? Komischerweise hat keiner unserer Mitarbeiter in der letzten Zeit einen Brief bekommen, in dem steht, dass die EEG-Umlage auch entsprechend später immer erst im Folgemonat zu entrichten ist. Damit ist das Vorgehen der Netzbetreiber überaus fraglich, da die Waage ein starkes Übergewicht auf der Einnahmenseite verbucht - so unsere Auffassung. 

Aus diesem Grunde haben wir heute eine Anfrage an die EEG-Clearing-Stelle gerichtet. Wir bleiben gespannt und halten unsere Blogleser auf dem Laufenden...