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Montag, 8. August 2011

AKW-Störfall in Brokdorf

„Seit heute Morgen ist das Kernkraftwerk Brokdorf vom Netz getrennt“ hieß es am gestrigen Sonntag (07.08.2011) in einer Pressemitteilung des Kernkraftbetreibers (E.ON AG). Die Trennung erfolgte laut Pressemitteilung aufgrund einer Blockschutzauslösung aus dem Bereich eines von zwei Maschinentransformatoren. Die Ursachen für das Ansprechen der Schutzeinrichtungen sind derzeit noch unbekannt und die Aufsichtsbehörde wurde informiert, heißt es weiter.

Radioaktive Strahlung sei dabei laut E.ON nicht ausgetreten, berichtet stern.de heute in den Morgenstunden.

Eine Unternehmenssprecherin betonte laut stern.de, das Ereignis habe sich nicht im atomaren Teil des Kraftwerks ereignet und sei darüber hinaus nicht meldepflichtig. 

Das AKW war erst kürzlich am 20. Juli nach mehrwöchiger Jahresrevision wieder ans Netz gegangen nachdem es laut Ministerium keine Auffälligkeiten gab.

Dies beweist erneut: Atomkraft ist nicht beherrschbar – auch nicht in Deutschland oder anderswo.

Wer sich einen Eindruck über das Störfall-Management in Brokdorf verschaffen möchte, dem sei folgender Beitrag auf YouTube empfohlen (Wichtige Anmerkung: Dabei handelt es sich nicht um den aktuellen Störfall):.

Mittwoch, 3. August 2011

Jobmotor Umweltschutz: Mehr Jobangebote im Bereich der Erneuerbaren Energien

Der Arbeitsmarkt ist im Bereich des Umweltschutzes weiter auf Wachstumskurs. So verzeichnete der Markt 2010 im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 10 Prozent bei den Stellenangeboten. Das gibt der Wissenschaftsladen Bonn bekannt, der mit einer großen Datenbasis seit 15 Jahren Stellenangebote im Umweltbereich analysiert. Treibende Kraft dabei seien vor allem die Erneuerbaren Energien.

Im Vergleich zum Anstieg der in der Gesamtwirtschaft beschäftigten Arbeitnehmer (1,2% - 2009 vs. 2010), legt der Umweltschutz insgesamt ein beachtliches Tempo vor, so der Wissenschaftsladen Bonn weiter. Gesucht werden vor allem Ingenieure. Auch Generalisten stehen laut Wissenschaftsladen hoch im Kurs.

Weitere Details zur Analyse gibt es auf der Homepage des Wissenschaftsladens Bonn.

Montag, 1. August 2011

Energiewende: Unseriöse Kostenschätzungen

Die Energiewende macht Schlagzeilen. Jedoch nicht immer gute. Von Kostenexplosionen ist dieser Tage in vielen Zeitungen zu lesen. Dass diese Panikmache jedoch unseriös ist, darauf weist der Bundesverband für Erneuerbare Energie (BEE) hin. Dabei sollte doch längst klar sein: Klimaschutz kostet, aber kein Klimaschutz hat einen höheren Preis, denn der Verzicht auf Klimaschutz kostet die Zukunft!

Isolierte Hochrechnungen voraussichtlicher Einspeisevergütungen reichen laut BEE für eine umfassende und faire Bewertung nicht aus. Zumal auch der hohe ökonomische Nutzen der Erneuerbaren Energien und die tatsächlichen Kosten der fossilen Energieträger mit in die Betrachtung einbezogen werden müssen, so der BEE.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums haben renommierte Forschungsinstitute laut BEE berechnet, dass die Erneuerbaren Energien allein 2010 Umweltschäden in einer Höhe von 8,4 Milliarden Euro vermieden haben. Daneben müsse die hohe Wertschöpfung für eine Vielzahl inländischer Unternehmen im Sektor der Erneuerbaren Energien beachtet werden. Immerhin stellen diese Unternehmen inzwischen rund 370.000 Arbeitsplätze. Zudem gibt es beachtliche Substitutionen von Energieimporten durch die heimischen erneuerbaren Energiequellen – nach Angaben des BEE insgesamt 7,4 Mrd. Euro in 2010.

BEE-Geschäftsführer Björn Klusmann stellt kritisch fest: „Es ist mehr als fragwürdig, wenn angesichts notwendiger Investitionen in eine dauerhaft verfügbare und bezahlbare Energieversorgung Untergangsgesänge für die deutsche Industrie angestimmt werden. Gerade stromintensive Unternehmen profitieren schon heute von niedrigeren Börsenstrompreisen durch die Erneuerbaren. Im letzten Jahr betrug dieser Effekt immerhin rund drei Milliarden Euro“. Hinzu kommt laut Klusmann, dass mit dem neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ab dem kommenden Jahr weitere Unternehmen teilweise von der EEG-Umlage befreit würden.

Quelle: Bundesverband für Erneuerbare Energie (BEE)

Donnerstag, 28. Juli 2011

Energieeffizient Sanieren: KfW senkt die Zinsen erneut

Nach den Zinssenkungen zum 25. Mai 2011 und zum 05. Juli im Programm "Energieeffizient Sanieren" (Programm-Nr. 151/152), senkt die KfW die Zinsen zum 27. Juli um weitere 0,25 Prozentpunkte. Damit ist das Zinsniveau weiterhin innerhalb eines historischen Tiefs. Die Zeit für eine energetische Sanierung war selten so günstig wie jetzt.   

Neben der Energie- und Kostenersparnis erzielen Sanierer nun noch eine Zinsersparnis und investieren in die Wertsteigerung und in den Werterhalt ihrer Immobilie. Der effektive Zinssatz für eine 10-jährige Laufzeit mit beispielsweise zwei tilgungsfreien Jahren, liegt nun bei effektiv 1,56% - wohl gemerkt bei einer 10-jährigen Zinsbindung!

Bei einer besonders energetischen Sanierung (d.h. bei einer Sanierung zu einem so genannten KfW-Effizienzhaus) gibt es sogar zusätzliche Tilgungszuschüsse, die zwischen 2,5 und 12,5 Prozent liegen und sich auf die förderfähigen Bruttoinvestitionskosten beziehen.

Hier eine Übersicht über die gegenwärtigen Zinskonditionen der KfW:

Quelle: KfW
Bei einer Finanzierung aus Eigenmitteln gewährt die KfW bei Einzelmaßnahmen oder Einzelmaßnahmenkombinationen einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 5% der Bruttoinvestitionskosten. Je nach energetischem Niveau sind jedoch noch höhere Zuschüsse bis maximal 13.125 Euro pro Wohneinheit erzielbar. Somit gibt es gleichfalls Vorteile für die so genannten Selbstfinanzierer.  

HINWEIS (17.08.2011): Die Zinsen wurden zum 17.08 erneut gesenkt, siehe hier.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Grüner Strom für Achim

Bild: Uschi Dreiucker / pixelio.de
Die Stadt Achim möchte laut einem Bericht des Weser Kuriers künftig auf Atomstrom verzichten. Demnach möchte die Achimer Politik nun ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.

Die Umstellung der städtischen Einrichtungen auf grünen Strom erfolgt nach Zeitungsangaben in zwei Schritten - zum 1. Januar 2012 und zum 1. Januar 2013. Ab dann sei die NaturWatt GmbH neuer Stromlieferant der Stadt.

Laut Stiftung Warentest ist jedoch der Energiekonzern EnBW, der Atomkraftwerke betreibt, über einen Gesellschafter an der Naturwatt GmbH beteiligt.

Von Gewinnen der Naturwatt GmbH profitiere EnBW laut test.de nicht, da im Gesellschaftervertrag vorgesehen sei, sämtliche Gewinne in Projekte zu investieren, die Forschung, Bau oder Betrieb von Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus regenerativen Energiequellen fördern.

Direkt und indirekt unabhängige Stromanbieter sind unter http://www.atomausstieg-selber-machen.de/ gelistet. Der Wechsel ist binnen weniger Minuten vollzogen und ist somit überaus einfach.

Montag, 25. Juli 2011

215 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien in Dötlingen / Kreis Oldenburg

Rund 250.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen aus dem Energiesektor kann Dötlingen im Kreis Oldenburg laut Weser Kurier für sich verbuchen. Das sind nach Zeitungsangaben rund ein Zehntel der Gewerbesteuereinnahmen der Gemeinde Dötlingen.

Während auf Bundesebene rund 17 Prozent des Stroms aus regenerativen Energien generiert werden, sind es in Dötlingen sage und schreibe 215 Prozent. Eine beachtliche Leistung! So gibt es in Dötlingen nach Angaben des Weser Kuriers 211 PV-Anlagen, 10 Windräder und 13 Biogasanlagen. Insgesamt produziere die Gemeinde rund 95.000 Megawatt grünen Strom. Damit positioniert sich die Gemeinde nun als Marke, als das „energieeffiziente Dötlingen“.

2009 erhielt Dötlingen für das außerordentliche ökologische Engagement den Sonderpreis „Klimaschutzkommune 2009“ von der Deutschen Umwelthilfe. Schließlich bringen sich auch die Bürger aktiv in das Engagement ein. Privatleute bilden sich zu so genannten Energiebasisberater weiter und helfen den anderen Bürgern die Gemeinde in Sachen Energieeffizienz weiter nach vorne zu bringen.

Insgesamt ein gutes Beispiel, dass 100 Prozent Erneuerbare Energien machbar sind – in Dötlingen für den Stromsektor sogar 215 Prozent.

Quelle: Weser Kurier

Donnerstag, 21. Juli 2011

Preiseinbruch an der Strombörse durch Sonnenstrom

Samstag, der 16. Juli 2011, geht in die Geschichte der Stromwirtschaft in der BRD ein, verkündet das Fachmagazin Photon in einer Pressemitteilung. Demnach ist der Strompreis zwischen 14 und 15 Uhr am Spotmarkt der Strombörse EEX auf nur 2,5 Cent pro Kilowattstunde gefallen, was dem niedrigen Preisniveau von Nachtstrom entspricht. Normalerweise liege der Preis doppelt so hoch.

Ursächlich verantwortlich für dieses Preistief ist nach Angaben des Fachmagazins der Solarstrom. Die großen Stromabnehmer profitieren sofort. Weitere Profiteure dieser Entwicklung sind laut Magazin Verbraucher und Industrie – jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung, was vordergründig an der Art der Kalkulation liegt. Denn die Stadtwerke kaufen in der Regel jedes Quartal ein Zwölftel ihres zukünftigen Strombedarfs ein, wodurch eine zeitliche Verzögerung von bis zu drei Jahren resultieren kann bis die Senkung auch bei den Verbrauchern vollständig angekommen ist. Der Photon-Herausgeber Philippe Welter betont: „Alle Prognosen über drastisch steigende Strompreise aufgrund des EEG (…) straft die aktuelle Entwicklung an den Strombörsen Lügen“.

Die konventionelle Energiewirtschaft wird so zwangsweise Gewinneinbußen erleiden, wenn Spitzenlastkraftwerke zur Mittagszeit nicht mehr benötigt werden, so die Zeitschrift Photon. Demnach können die konventionellen Stromkonzerne keine übermäßigen Gewinne mehr zur Mittagszeit erwirtschaften.

Fazit: Der 16. Juli 2011 ist der Beweis dafür, dass Erneuerbare Energien den Preis an der Strombörse maßgeblich beeinflussen und dafür sorgen, dass die Preise sinken. Dieser positive Effekt muss bei der Kosten-Nutzen-Analyse des EEG immer mit betrachtet werden. Ohnehin belegen Studien, dass das EEG volkswirtschaftliche Gewinne einfährt. Die wirtschaftlichen Investitionsmultiplikatoren tragen natürlich ebenfalls dazu bei.

Quelle: Photon