Große, energieintensive Industriebetriebe verbrauchen sehr viel Strom. Die Steuer, die sie für den Strom bezahlen, bekommen die Betriebe zu einem Großteil rückerstattet. Von der EEG-Umlage sind diese Betriebe ebenfalls befreit, ohne eine Gegenleistung dafür zu erbringen. Die Energiewende liegt in diesem Sinne also allein in den Händen der mittleren und kleinen Betriebe sowie der privaten Haushalte. Die Neuregelung der Energie- und Stromsteuer für Unternehmen des produzierenden Gewerbes, die am 01. August dieses Jahres als Entwurf beschlossen wurde, ändert nichts an der unverhältnismäßigen Situation. Greenpeace und das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) kritisieren die Neuregelung und geben Anreize zur Änderung.
Greenpeace erläutert auf sonnenseite.com, dass Deutschland für diese Steuererleichterung der Industriebetriebe 2,3 Milliarden Euro pro Jahr zahlen muss. Eine Senkung dieser unnötigen Kosten hätte jetzt durch die Neuregelung stattfinden können.
Ebenso wie Greenpeace bedauert auch das FÖS auf sonnenseite.com, dass sich durch den Entwurf keine großen Änderungen ergeben haben. Um die unverhältnismäßigen Zahlungen für die Energiewende auszugleichen, fordern Greenpeace und das FÖS die Betriebe nicht pauschal von der Steuer zu befreien, sondern nur die Betriebe zu unterstützen, die im Gegenzug an der Energieeffizienz arbeiten und in sie investieren. Der neu angelegte Satz von durchschnittlich 1,3 Prozent Effizienzsteigerung pro Jahr und Betrieb ist schon in den letzten Jahren erreicht worden und bietet somit keinen weiteren Anreiz für Investitionen, so das FÖS. Dies blockiert den Ausbau der Energieeffizienz. Das FÖS kritisiert außerdem, dass der neue Entwurf sehr nah an den Vorschlägen der Industrie angelehnt ist und wahrscheinlich Wirtschaftsinteressen wichtiger sind als der Klimaschutz.
Der Energieversorger EnBW verzichtet laut FOCUS Online auf eine Klage gegen den Atomausstieg. EnBW begründet die Entscheidung gegen die Klage mit der fehlenden Grundrechtsfähigkeit, da der Betrieb zu 98 Prozent in öffentlicher Hand liegt. Dennoch teilt die EnBW laut FOCUS Online die rechtliche Auffassung, dass der Atomausstieg einer Enteignung der Atomkraftwerke gleicht und nicht dem Wohle der Allgemeinheit dient. Die Energieversorger haben somit laut eigener Aussage ein Grundrecht auf Entschädigung und beziehen sich dabei auf Artikel 14 Absatz 3 des Grundgesetzbuches.
Nach dem atomaren Gau in Fukushima, beschloss die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomkraft. Durch diesen Ausstieg sind die Energiekonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW stark beeinträchtigt, da sie den Strom aus den Atomkraftwerken produzieren und vertreiben. Im November letzten Jahres reichten E.ON und RWE daher Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen den Atomausstieg ein. Vattenfall folgte E.ON und RWE im Juli dieses Jahres. E.ON und RWE fordern circa 15 Milliarden Euro Schadensersatz. Die Eigentumsgarantie schütze nach Betreiberangaben die Kraftwerke, die erteilten Betriebsgenehmigungen und die vom Bundestag zugeteilten Reststrommengen sowie die Anteile an den Betreibergesellschaften.
Nur ein Jahr vor dem Atomausstieg haben CDU/CSU und FDP die Laufzeiten für die Reaktoren verlängert. Dementsprechend haben die Energieversorger unter anderem in die Sicherheit der Kraftwerke und neue Castor-Behälter investiert, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung.
Unser Kommentar hierzu:
Vor allem aber die Sicherheit der Atomkraftwerke wird in der Bevölkerung oft angezweifelt. Nicht zufällig wurden acht Atomkraftwerke nach Fukushima dauerhaft vom Netz genommen, ohne dass in Deutschland auch nur ein einziges Licht ausgegangen ist. Das Märchen von der Stromlücke blieb somit in einem breit angelegten Praxistest das, was es de facto vorher war und immer noch ist: Ein Märchen der Atomlobby.
Die Klage ist insbesondere vor dem Hintergrund der nicht genau bezifferbaren Kosten, die die Gesellschaft durch den Rückbau und die Endlagerung - sofern es letztere überhaupt geben kann - zu tragen hat, Realsatire auf höchstem Niveau. Viel zu lange verdienen die großen Atomkonzerne schon an ihrer Kernkraft, während sie die Kosten untentwegt auf die Gesellschaft abwälzen. Warum die Gesellschaft aber nicht an den Milliarden-Gewinnen dieser Konzerne beteiligt wird, fragen sich die Betreiber lieber nicht.
Schadenersatz schön und gut, aber dann bitte nicht als Einbahnstraße. Auch die Bürger und die künftigen Generationen verdienen Schadenersatz für die unbezahlbaren Lasten des derzeit nicht entsorgbaren Mülls.
Unser Fazit: Die Gerechtigkeit darf nicht nur auf der Seite der Großkonzerne liegen! Wenn Schadenersatz, dann bitte auf globaler Ebene. Gerechtigkeit sollte kein dehnbarer Begriff sein, sondern allumfassend sein und somit beide Seiten der Medaille berücksichtigen.
Rund 1,8 Gigawatt Photovoltaik-Zubau meldet die Bundesnetzagentur für den Monat Juni. Dies geht aus einer aktuellen Newsletter-Meldung des Fachmagazins Photon hervor. Damit gibt es einen neuen Zubau-Rekord. Deutlich ist dabei der Anstieg der Anlagengröße, die nun im Schnitt bei 121 Killowattpeak (kWp) liegt - zuvor lag die durchschnittliche Größe bei lediglich 30 kWp.
Die aktuellen Zahlen sind bei der Bundesnetzagentur als Excel-Tabelle zu finden.Demnach kommt Niedersachsen im Juni 2012 auf eine Zubauhöhe von rund 204.312 kWp bzw. 0,2 GW. Bremen hat in diesem Zeitraum einen Zubau von 1.413 kWp gemeldet.
Abschließend möchten wir noch einen detaillierteren Überblick über die Installationen in unserer unmittelbaren Region - also für Bassum, Syke, Weyhe, Sulingen, Stuhr, Oyten und Twistringen - geben:
Spitzenreiter Bassum konnte zirka 1.488 kWp Photovoltaik-Zubau verbuchen. Syke kommt hingegen auf etwa 144 kWp und landet damit in diesem regionalen Ranking auf Platz zwei. Die größte Anlage hatte dort immerhin eine beachtliche Größe von rund 100 kWp. Weyhe hat mit rund 87 kWp zum Zubau beigetragen. Die in dem Monat Juni größte Ortsanlage wurde am 29. Juni mit 69,81 kWp installiert. Dicht gefolgt schafft es Sulingen auf 81 kWp installierte Nennleistung. Die Gemeinde Stuhr kommt gerade mal auf gerundete 38 kWp. Noch weniger Neuinstallationen haben Oyten mit 17 kWp und Twistringen mit 15 kWp vorzuweisen.
Verbrauchern ist es fast nicht möglich, tierische Produkte in Lebensmitteln zu vermeiden, da die Kennzeichnung der Lebensmittel unzureichend erfolgt. Dadurch können vermeintlich vegane oder vegetarische Lebensmittel tierische Bestandteile enthalten. Dies ermittelt die Verbraucherorganisation foodwatch, die durch häufige Anfragen von Facebook-Nutzern zu einzelnen Produkten Recherchen für sinnvoll hielt. Die Ergebnisse der Recherchen führten zu einer am 02. August 2012 gestarteten E-Mail-Aktion, die Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner zu einer Änderung in der Auszeichnungspflicht von Lebensmitteln bewegen soll.
Wie sonnenseite.com berichtet, fordert foodwatch, dass alle Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe, die mit tierischen Produkten in Kontakt kommen, auf der Lebensmittelverpackung ausgezeichnet werden müssen. Auch tierische Bestandteile in Aromen oder Zusatzstoffe sollen laut foodwatch ausgewiesen werden, damit jeder erkennt, dass ein Lebensmittel tierische Bestandteile enthält. Eine weitere Forderung ist die rechtliche Definition von "vegetarisch" und "vegan". Vegetarisch bedeutet, dass ein Produkt frei von Bestandteilen ist, die von einem toten Tier stammen. Eier und Milch sind erlaubt. Vegan bedeutet, dass ein Lebensmittel keinerlei Bestandteile tierischen Ursprungs enthält.
Valensina und hohes C von der Eckes Granini GmbH bieten Säfte mit Gelatine als Trägerstoff der zugesetzten Vitamine an, ohne dies kennzeichnen zu müssen, so sonnenseite.com. Diese Säfte sind somit weder vegetarisch noch vegan, da Gelatine aus dem Eiweiß des Bindegewebes von Tieren gewonnen wird. In vielen Varianten Kartoffelchips von funni-frisch sind ebenfalls tierische Bestandteile enthalten, je nach Variante Wild, Fisch, Geflügel, Rind oder Schwein. Diese müssen ebenfalls nicht auf der Zutatenliste aufgeführt werden.
Die tierischen Bestandteile werden nicht immer offensichtlich verarbeitet. Auch die Verunreinigung durch Maschinen oder andere Hilfsstoffe ist möglich. Dies nennt sich Kreuzkontamination. So bietet Ritter Sport angeblich milchfreie Schokolade in den Sorten Halbbitter und Marzipan an. Da Ritter Sport in derselben Produktionslinie Milchschokolade herstellt, enthalten laut sonnenseite.com auch die Sorten Halbbitter und Marzipan 0,3 bis 0,4 Gramm pro 100-Gramm-Tafel Milchzucker. Trotz dieser Ergebnisse, die auf der firmeneigenen Internetseite veröffentlicht wurden, bietet Ritter Sport seine Schokolade im Firmenblog als Schokolade für Veganer an. Ähnlich verhält es sich wahrscheinlich bei den als "Veggie" bezeichneten Fruchtgummis von Katjes, die Gelatine-Verunreinigungen aufweisen können, so der Bericht. foodwatch bekam keine Antwort der Firma Katjes auf die Frage, ob der Hersteller die Kreuzkontamination ausschließen kann.
Gelatine verwenden laut foodwatch auch einige Produzenten als technischen Hilfsstoff zum Klären von Wein und Säften. Manche Bäckereien nutzen die Aminosäure L-Cystein, um das Mehl leichter kneten zu können. L-Cystein gewinnt man unter anderem aus Schweineborsten oder Federn.
Wer sich der E-Mail-Aktion von foodwatch anschließen möchte, findet den Text der E-Mail an Ilse Aigner auf foodwatch.de und kann dort seine Stimme abgeben.
Der Umweltbetrieb Bremen und der Umweltsenator sowie hanseWasser, "Leben in Findorff" und viele Bremer Ortsämter sorgen sich um den Klimawandel und seine Folgen. Wie das i2b-Portal am 26. Juli berichtet, finden am 25. September und 15. Oktober jeweils von 16 bis 18.30 Uhr im Alten Pumpwerk Findorff in der Salzburger Straße in Bremen, Veranstaltungen zum Thema "Leben mit Wasser" statt.
Häufige starke Regenschauer und Gewitter, hervorgerufen durch den Klimawandel, stellen die Kanalisation in dicht besiedelten Stadtteilen auf den Prüfstand, berichtet die Institution "Leben in Findorff". Um Überschwemmungen vorzubeugen, sind Diskussionen und Vorträge zu Anpassungsarbeiten und Handlungsmöglichkeiten Thema der Veranstaltungen, so das i2b Portal. Alle Bürgerinnen und Bürger Bremens sind zu dieser Veranstaltung eingeladen und können ihre Ideen und Vorschläge einbringen.
Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.) sucht laut eines aktuellen Berichts von sonnenseite.com in ganz Deutschland nach dem fahrradfreundlichsten Arbeitgeber. Bis zum 31. August 2012 können Unternehmen, Behörden und sonstige Einrichtungen ab fünf Mitarbeitern an dem Wettbewerb unter www.fahrrad-fit.de teilnehmen.
Arbeitgeber tragen mit der Förderung von Fahrrädern nicht nur in besonderem Maße zum Umweltschutz bei, sondern sparen auch Geld und steigern die Motivation der Mitarbeiter. Obwohl das Fahrrad sehr viele Vorteile bietet, hat das Fahrrad noch keine große Bedeutung für Unternehmen, erklärt Dieter Brübach, Mobilitätsexperte und Vorstandsmitglied von B.A.U.M. e.V. und möchte mit diesem Wettbewerb auf die Vorteile des Fahrrades aufmerksam machen.
Die Verleihung von Sachpreisen rund um das Fahrrad und die Auszeichnung der Gewinner findet im Herbst 2012 in Mannheim statt.
In einigen Regionen Deutschlands, wie zum Beispiel Baden-Württemberg, Essen, Hamburg und Rheinland-Pfalz, findet der Wettbewerb auch auf regionaler Ebene statt.
Derzeit produziert die Menschheit 1,3 Milliarden Tonnen Haushaltsabfälle pro Jahr. Eine Studie des Worldwatch-Institutes zeigt, dass schon 2025 doppelt so viel Müll, also 2,6 Milliarden Tonnen, produziert werden. t-online.de berichtet, dass die großen Industrienationen, unter anderem auch Deutschland, insgesamt circa 1,6 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle pro Tag produzieren. Die afrikanischen Länder südlich der Sahara hingegen erzeugen nur 200.000 Tonnen Haushaltsabfälle am Tag.
Dieser besagte Müll besteht hauptsächlich aus Papier, Plastik, Glas und Metallen. Ausgenommen sind Industriestoffe, Bauschutt und Landwirtschaftsabfälle. Müllproduzenten sind vorrangig private Haushalte, Büros, Einrichtungen und Geschäfte. Rund ein Viertel der aufkommenden Abfälle wird recycelt oder ökologisch abgebaut, so t-online.de.
Vorreiter der Müllproduktion sind die USA mit 620.000 Tonnen pro Tag, gefolgt von China mit circa 520.000 Tonnen. In den USA hat sich laut Bericht zumindest die Wiederverwertungsrate innerhalb der letzten 30 Jahre von 10 auf 34 Prozent gesteigert.