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Donnerstag, 7. November 2013

Strategiewechsel beim RWE-Dinosaurier?

Der Energieriese RWE verkündete im August, dass aufgrund des Solarbooms Kraftwerke in Deutschland und in den Niederlanden mit einer Gesamtleistung von 3.100 Megawatt vom Markt genommen werden. Im Oktober dann forderte RWE die Eindämmung der EEG-Industrierabatte und nun schallt es in den Medien, dass RWE-Unternehmenschef Peter Terium ein künftiges Wachstum von RWE nur noch über Erneuerbare Energien für realistisch hält. Das geht aus einem Artikel des Handelsblattes hervor. Klingt optimistisch.

Bild: Dieter Schütz  / pixelio.de
Immerhin ist die RWE der größte CO2-Emmitent Europas, so das Handelsblatt. Die RWE stößt demnach mit ihren Braun- und Steinkohlekraftwerken so viel CO2 aus wie kein zweites europäisches Unternehmen. Nun soll laut RWE-Unternehmenschef die Strategie komplett auf die Energiewende ausgerichtet werden. Tatsächlich ein ernst gemeinter Strategiewechsel oder Greenwashing?

Schon die Dinosaurier haben bewiesen, dass Größe grundsätzlich nicht vor einem Aussterben schützt. Insofern wäre es für RWE eine kluge Strategie, sich auf die neue, grüne Energiezukunft einzustellen, um mit dieser Flexibilität wettbewerbsfähig zu bleiben. Allerdings stellen widersprüchliche Meldungen die Ernsthaftigkeit des angekündigten Strategiewechsels in Frage. So berichtete beispielsweise der Weser Kurier Ende Oktober unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung, dass RWE-Chef Peter Terium mahnt, dass die Kürzung konventioneller Kraftwerkskapazitäten zu möglichen Engpässen und Blackouts im Netz führen und Europa sich so in eine kritische Lage manövriert. Wieso also erst einen Strategiewechsel ankündigen, wenn man parallel die alten Strukturen verteidigt und ewig gleiche Märchen erzählt?


Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums weist die Black-Out Warnung im Weser Kurier zurück und verweist darauf, dass die Versorgung mit Strom in Deutschland sichergestellt ist. Dies gelte insbesondere für kommende Winter sowie für extreme Situationen. Dazu kommentiert eine Sprecherin von Greenpeace, dass das Abschalten konventioneller Kraftwerke das Ziel und nicht das Problem ist. Hier wird Angst geschürt und dabei gehe es den Konzernen um weitere Subventionen für klimakillende Kohlemeiler. In den letzten fünf Jahren sind die RWE-Aktien um mehr als 70 Prozent gefallen, so der Zeitungsbericht. Damit wären wir dann wohl wieder bei den Dinosauriern...

Freitag, 18. Oktober 2013

RWE ist für die Eindämmung der EEG-Industrierabatte

Der Konzern RWE fordert die Eindämmung der Industrierabatte im EEG. Das teilt der Newsletter des Fachmagazins Photon heute mit. Demnach verweist der Vorstandssprechers der RWE Vertrieb AG, Hanns-Ferdinand Müller, darauf, dass die Eindämmung der Industrieprivilegien bei der EEG-Umlage dazu beiträgt, die Strompreise in der BRD bis 2015 zu stabilisieren. Photon beruft sich dabei auf die Frankfurter Rundschau.
Bild: birgitH / pixelio.de
Der Vorstandssprecher Müller sehe laut Photon-Meldung gute Chancen dafür, dass frühestens ab 2015 der Anstieg der Verbraucherstrompreise in Deutschland gebremst werden könne, da sich durch die langfristigen Einkäufe an der Strombörse Preissenkungen nicht sofort auf die Verbraucherpreise auswirken würden.

Die Menge des eingespeisten Stroms durch Erneuerbare Energien steigt kontinuierlich an. Ökonomisch zwingt dies die Preise an der Strombörse in die Knie. Folglich gibt es an der Strombörse sogar zwischenzeitig das Phänomen von negativen Strompreisen. Daher ist es mehr als fraglich, warum die Senkungen an der Strombörse, die zum großen Teil durch Erneuerbare Energien und deren Einspeisevorrang hervorgerufen werden, bisher offenkundig nicht an die Verbraucher weitergegeben werden. Die Argumentation der langfristigen Beschaffungspolitik kann nicht die alleinige Antwort für das fortlaufende steigen der Energiepreise sein. Vielleicht fehlt an dieser Stelle auch ein stückweit der Wille, die Preissenkungen an die Endkunden weiterzugeben. Somit dominiert wahrscheinlich eher die Maximierung des Umsatzes die Preisstrategie der Energiekonzerne als die tatsächliche Entwicklung an den Märkten.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Der Stompreis und das Wetter

Eine zuverlässige Wetterprognose ist für die Planung und Einschätzung des Strombedarfs der Netzbetreiber ein unverzichtbares Instrument für den Handel mit Energie. Falsche Vorhersagen können die Netzstabilität belasten und die Kosten erhöhen. Gerade in wechselhaften Jahreszeiten wie im Herbst können Wetterfronten für einen schlagartigen Stromzuwachs der erneuerbaren Energie sorgen und zu Engpässen in den Netzen führen. Dann müssen die Netzmanager konventionelle Kraftwerke reihenweise abschalten. Die Preise fallen.

Bild: tom kemper / pixelio.de
Aus einem Artikel der Kreiszeitung geht hervor, dass Sromkonzerne und Netzbetreiber aus diesem Grund ihre Wetterprognoseabteilungen ausbauen oder bereits ausgebaut haben. So hat auch der Versorger RWE nach Aussage ihres Wetterprognose-Chefs Eric Stein seine Abteilung mit Mitarbeiten aufgestockt. Die Datenquellen nehmen zu, erhöhen die Vorhersagequalität und beschleunigen den globalen Austausch.

Wünschenswert für den Verbraucher ist, dass auch die Netze intelligent verbessert werden, denn für Verbraucher sind fallende Preise keine Bedrohung, sondern willkommen. Sonne und Wind schicken keine Rechnung.

Montag, 14. Oktober 2013

Energieversorger buhlen um die Gunst der Kommunen

Bild: Dr. Klaus-Uwe Gerhardt / pixelio.de
Der Energieversorger EWE lockt Gemeinden in Niedersachsen laut Weser Kurier mit garantierten Dividenden, um auslaufende Konzessionen nicht zu verlieren. Weitere Energieversorger stehen im Wettbewerb. Wie der Weser Kurier berichtet ist der 11. Oktober 2013 Stichtag für die Zeichnungsfrist. Das bedeutet, die Kommunen müssen ihren Entschluss der EWE mitteilen. 288 Gemeinden in Niedersachsen haben zu entscheiden, ob sie sich am Netz beteiligen, den Versorger wechseln oder die Versorgung in eigener Regie fortführen wollen.

So können wir annehmen, dass die Beschlüsse wohl sehr von der Liquidität und Haushaltslage der Gemeinden abhängen. Bei strapazierten Kassen sind für Gemeinden Eigenlösungen schwer zu realisieren.

Donnerstag, 19. September 2013

Austauschflaute bei Heizungen

Laut einer Auswertung des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) sowie des Zentralinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) kommt die Energiewende im Heizungskeller nicht voran. Dies geht aus einem aktuellen Artikel der Fachzeitschrift GEB hervor.

Demnach liegt die jährliche Austauschrate bei den Heizungsanlagen insgesamt bei nur drei Prozent. 75 von 100 in der BRD installierten Anlagen sind veraltet, womit 20 Millionen Heizungsanlagen eindeutig zu viel Energie verbrauchen. Ein großes Problem, wenn man bedenkt, dass eine Modernisierung des Heizungsbestandes 13 Prozent des deutschen Energieverbrauchs einsparen könnte. Bei der derzeitigen Austauschgeschwindigkeit würde eine energetische Aktualisierung ganze 30 Jahre dauern. Es gibt also noch viel zu tun in Bezug auf die Energieeffizienz im Wärmemarkt.

Bild: Guenter Hamich  / pixelio.de

Ganz besonders ins Gewicht fällt die Austauschflaute bei Öl-Heizkesseln. Hier liegt die Austauschrate sogar nur noch bei einem Prozent. Dabei sind Öl-Heizkessel neben dem Spitzenreiter Gasheizkessel die zweitgrößten Wärmeerzeugerkategorie, so GEB.

Die Brennwerttechnik existiert schon vergleichsweise lange und birgt ein hohes Einsparungspotenzial. Insofern wären zusätzliche politische Anreizsysteme wie beispielsweise steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten wünschenswert. Ähnlich argumentieren auch BDH und ZIV, die die Politik kurz vor der Wahl erneut daran erinnern, das Thema ernsthaft voranzubringen.

Erschreckend gering ist der Anteil der Erneuerbarer Energien in der Wärmeerzeugung. So gibt es laut Statistik nur rund 1,8 Millionen Solarthermie-Anlagen, nur ca. 800.000 Biomasse-Kessel und nur 600.000 Wärmepumpen. Im Vergleich zu 9,1 Millionen Gaskessel, 5,5 Millionen Ölkessel, vier Millionen Gasbrennwertkessel und 500.000 Öl-Brennwertkessel in Deutschland eine verschwindend geringe Zahl. Dabei ist die Sonne letztendlich die Lösung aller Energieprobleme. Sprichwörtlich steht die ökologisch beste Lösung am Himmel. Jetzt geht es nur noch darum, die schier unendliche Energie der Sonne auch für die Wärmeerzeugung zu nutzen. Daher sollten vor allem nachhaltige Wärmeerzeuger stärker als bisher gefördert werden, um das Einsparpotenzial zeitnah zu erschließen und die Austauschrate spürbar zu erhöhen.

Wer die bereits vorhandenen Fördermittel beim Heizungaustausch nutzen möchte, sollte stets bedenken, Anträge rechtzeitig zu stellen. Denn wenn die alte Heizungsanlage defekt ist, ist es meist schon zu spät. Bei Fragen zu Förderprogrammen kontaktieren Sie gerne das Energieberatungsteam enerpremium.

Montag, 16. September 2013

BAFA-Gutschein-Aktion: Alle Gutscheine aufgebraucht


Die kürzlich gestartete Gutschein-Aktion des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) liegt wieder auf Eis. Grund ist die große Resonanz: In kürzester Zeit waren alle streng limitierten Beratungsgutscheine aufgebraucht, so dass es keine weiteren Gutscheine mehr gibt. Dies lässt sich der BAFA-Homepage entnehmen - Zitat: "Zwischenzeitlich wurden alle verfügbaren Gutscheine abgerufen."

Der kurze Zeitraum, in dem die 1.000 Energieberatungsgutscheine abgerufen worden sind, zeigt, dass der Bedarf an qualifizierten Energieberatungen immer noch sehr hoch ist.

Daher wäre es wünschenswert, die Energieberatungen künftig wieder stärker zu fördern, um die Energiewende in der BRD weiter voranzubringen. Die Energieeffizienz ist ein wichtiger, zeitgewinnender Faktor für die Umstrukturierung der Energieversorgung. 

Montag, 9. September 2013

Neuer Zuschuss für die Energieberatung: BAFA-Beratungsgutscheine

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst die so genannte Vor-Ort-Energieberatung seit dem 03. September zusätzlich mit einem Beratungsgutschein im Wert von 250 Euro. Diese Gutscheine können ergänzend zur bereits vorhandenen Beratungsförderung in Anspruch genommen werden und sind streng limitiert und befristet. Bis zum 31.12.2013 können die Gutscheine auf der Homepage des BAFA beantragt werden.

Neben dem Beratungsgutschein fördert das BAFA die Energieberatung (sog.Vor-Ort-Beratung) mit 400 Euro in Bezug auf Ein- und Zweifamilienhäuser beziehungsweise mit 500 Euro bezüglich Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten. Daneben gibt es Sonderzuschüsse für eine Stromberatung oder für die Erstellung von ergänzenden Thermografieaufnahmen.

Und so geht es:

  1. Eingabemaske ausfüllen.
  2. 250 Euro-Gutschein elektronisch abrufen.
  3. Energieberater aus der Energieeffizienz-Expertenliste mit Vor-Ort-Beratung beauftragen.
  4. Der Energieberater muss dann spätestens bis zum 31. Dezember 2013 einen Antrag gemäß BAFA-Förderrichtlinie stellen.
  5. Beim Vor-Ort-Termin  geben Sie den Gutschein Ihrem Berater.
  6. Nach der Beratung füllen Sie dann den Fragebogen online oder handschriftlich aus, der mit dem Gutschein ausgedruckt und ans BAFA geschickt wird.
  7. Der Förderbetrag wird nach der Beratung auf Ihr Konto überwiesen - und zwar nachdem Ihr Energieberater die Unterlagen zusammen mit dem Gutschein beim BAFA eingereicht hat.
Unsere enerpremium-Energieberater stehen Ihnen für weitere Fragen unter 04203/804184 telefonisch zur Verfügung.