enerpremium

Donnerstag, 15. März 2012

Zuschüsse für Energieberatung bei kleinen und mittleren Unternehmen

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) und die KfW fördern die Energieberatung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) wieder zum 16. März 2012 mit Zuschüssen. Das Programm „Energieeffizienzberatung“ wird dann unter dem Namen „Energieberatung Mittelstand“ neu aufgenommen.

KMU, die jährliche Energiekosten von mehr als 5.000 Euro pro Jahr haben, erhalten eine prozentuale Förderung für die Energieberatung. Dabei unterscheidet das Förderprogramm zwischen so genannten Initial- und Detailberatungen. Bei einer Initialberatung liegt die Förderung bei 80% der Beratungskosten und maximal bei 1.280 Euro, bei einer Detailberatung hingegen bei 60% und maximal 4.800 Euro.

Neben der Beratungsförderung gibt es auch für die Umsetzung der Maßnahmen eine Förderung im Rahmen des sog. „Energieeffizienzprogrammes“.

Weitere Informationen dazu gibt es in der Pressemeldung der KfW.

Montag, 12. März 2012

Mittelsperre im KfW-Programm 430 / Energieeffizient Sanieren (Investitionszuschuss)

Soeben teilte uns die KfW telefonisch mit, dass für das KfW-Programm 430 (Energieeffizient Sanieren - Investitionszuschuss) von der Bundesregierung eine Mittelsperre verhängt worden sei. Diese gilt angeblich intern seit dem 22. Februar 2012. Diese Sperre wurde bisher weder an die Medien noch auf der KfW-Homepage kommuniziert.

Zwar können Anträge immer noch gestellt werden, aber es werden derzeit keine Zusagen mehr von der KfW verschickt. Alle bisher eingegangenen Anträge wurden/werden mit einem Eingangsstempel versehen und werden bei einer erneuten Zusage der Mittel entsprechend weiter abgearbeitet. Somit brauchen bei einer Fortführung keine neuen Anträge gestellt werden.
Bild: birgitH  / pixelio.de


Erst am 21. März soll darüber entschieden werden, ob die Mittel weiter aufgestockt werden können und Anträge weiter bearbeitet werden oder nicht. Die Entscheidung dazu fällt das Bundesfinanzministerium.

Die verfügbaren Mittel waren zuvor aufgrund von Mindereinnahmen aus den CO2-Emissionszertifikaten von 1,5 Milliarden Euro auf 900 Millionen Euro zusammengestrichen worden (wir berichteten).

Die Programme 151/152 laufen jedoch unverändert weiter und werden zum 01. April 2012 in einer neuen Förderrichtlinie leicht verändert. Insofern betrifft diese Mitteilung aktuell nur die Selbstfinanzierer, die die Sanierung ihrer Immobilie über eigene Mittel finanzieren und die Zuschüsse aus dem KfW-Programm 430 nutzen möchten. In jedem Falle ist mit Verzögerungen bei der Bearbeitung zu rechnen.

Nachtrag vom 13.03.2012: Am 4. März 2012 hatte der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und FDP beschlossen, von 2012 bis 2014 für die energetische Gebäudesanierung wieder jeweils 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen (siehe GEB). In diesem Kontext muss der Haushaltsausschuss noch grünes Licht geben am 21.03.2012 geben. Insofern hoffen wir auch auf eine Aufhebung der jetzigen Fördermittelsperre im Programm 430!

Nachtrag (22.03.2012): Die Fördermittelsperre im Programm 430 wurde laut KfW wieder aufgehoben, siehe http://enerpremium.blogspot.de/2012/03/aufhebung-der-fordermittelsperre-im-kfw.html

Freitag, 9. März 2012

Röttgen informiert Umweltausschuss / Zubaugrenze fast überschritten

Die geplanten Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes werden heute im Bundestag diskutiert. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte Norbert Röttgen die in der Kritik stehenden, geplanten Änderungen nach Angaben des Solarstrom-Magazins Photon dem Umweltausschuss des Bundestages vorgestellt. Wie berichtet, wurde die geplante Vergütungskürzung um 3 Wochen auf den 1. April verschoben.

Bild: Kurt Bouda  / pixelio.de
Photon berichtet zudem, dass der Solarzubau in Deutschland nach den Aussagen des stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Fuchs, wieder vor einem Rekord stehen. Gegenüber dem Fernsehsender PHOENIX sprach der Vorsitzende davon, dass 2012 bereits zwei Gigawatt an neuer Solarleistung in der BRD installiert worden seien. Das Zubau-Ziel der Bundesregierung von 3,5 Gigawatt pro Jahr würde damit schon im März überschritten werden, so Fuchs. Das Magazin verweist aber darauf, dass noch keine Belege für diese Zahlen vorliegen und dass die offiziellen Zahlen zum Zubau im Laufe dieses Monats von der Bundesnetzagentur vorgelegt werden sollen.

Dienstag, 6. März 2012

Solarkürzungen zum 01. April

Die Kürzungspläne von Rösler und Röttgen sahen vor, die Einspeisevergütung für Sonnenstrom trotz zahlreichen Kürzungen schon bereits zum 09. März außerplanmäßig um bis zu 30 Prozent zu kürzen.

Nun hat der interne Streit über dieses Vorhaben nach neuesten Medienberichten dazu geführt, die harten Einschnitte erst drei Wochen später zum 01. April umzusetzen – trotz massiver Proteste der Umweltschutzorganisationen und Solarunternehmen. Also nur ein geringer Zeitgewinn, um aktuelle Investitionsentscheidungen in Photovoltaik-Anlagen eventuell noch rechtzeitig realisieren zu können. Insgesamt aber immer noch ein inakzeptabler Rückschritt für die Energiewende, die damit nun stärker in die Ferne rückt.

Auch die Lippenbekenntnisse, die Energieeffizienz weiter voranzubringen, helfen da reichlich wenig. Wie wir berichtet haben, sind zwar die Förderkonditionen für Sanierungswillige teilweise verbessert worden, aber die absolute Förderhöhe ist in ihrer Summe bereits seit Anfang 2012 reduziert. Die politischen Taten der Bundesregierung sprechen derzeit also eine ganz andere Sprache.

Bis zum Jahr 2020 möchte die Bundesregierung mindestens 35 Prozent des Strombedarfs in Deutschland durch erneuerbaren Strom decken, so das deklarierte Ziel. Da die Photovoltaik neben der Windenergie inzwischen ein wichtiger Hauptlieferant des erneuerbaren Stroms ist, fragen wir uns wie die gesetzten Ziele und die Energiewende noch realisiert werden können!? Wir brauchen in jedem Fall einen schnelleren Zubau von Photovoltaik-Anlagen und kein "Photovoltaik-Ausstiegsgesetz". Auch das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) spricht sich gegen sie Solarkürzungen aus. Wenn auch Sie sich am Protest beteiligen möchten, können Sie dies hier tun.

Montag, 5. März 2012

"Intelligenz" auf Rädern

In vielen Fahrzeugen ist diese Technik schon enthalten, in jedem Fall ist sie sicher und sinnvoll: Die automatische Hinderniserkennung. Sensoren, die beim Einparken und beim Ausweichen vor Objekten und Lebewesen dienen. Die Technik ist hilfreich, kann Leben retten und ist einfach komfortabel. Bislang unterstützt sie die menschlichen Fahrer nur, könnte in Zukunft allerdings noch mehr bewegen.

Bild:  Niko Korte  / pixelio.de
Laut i2b-Portal entwickeln Wissenschaftler des DFKI Robotics Innovation Centers in Bremen derzeit ein intelligentes Elektro-Fahrzeug namens "EO smart connecting car", welches sogar eigenständig einparken und an Ladestationen andocken können soll. Das im Zuge des Projektes "Neue Mobilität im ländlichen Raum" entwickelte Elektroauto könne zudem auch seine Form verändern und sich so dynamischen Verkehrsbedingungen anpassen - indem sich das Fahrwerk zusammenschiebt, gewinnt das Fahrzeug einen halben Meter an Höhe und verkürzt sich dementsprechend in der Länge.

Diese veränderbare Gestalt nützt außerdem dem Zusammenschluss mit anderen Fahrzeugen dieser Art zu langen Fahrzeugketten, die "Road Trains" genannt werden. Somit entsteht bei gleicher Wegstrecke eine Art Fahrgemeinschaft, wobei die einzelnen Fahrzeuge voneinander profitieren. Entsprechend des Leiters des DFKI Robotic Innovation Centers, Prof. Frank Kirchner, können so Daten und Energie von einem Fahrzeug auf das andere übertragen werden - dadurch würden die Fahrzeuge einheitlich gesteuert werden, was Energie spart und die Reichweite steigert. Ebenfalls ein interessanter Clou sind die besonderen Achsen des Fahrzeuges, die das Drehen der Räder um bis zu 90 Grad ermöglichen. Dadurch wird das seitliche Einparken und das Wenden auf der Stelle möglich.

Wie Roboter sollen die Elektroautos miteinander kommunizieren können und durch die Einbindung von Verkehrsinformationen sowie der verbleibenden Akku-Kapazität stauverhindernde Routen berechnen können. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert.

Freitag, 2. März 2012

Kürzung der Solarstromförderung

Seit einigen Wochen sorgen die Nachrichten über die geplanten Kürzungen der Solarstromförderung für viel Wirbel. Am 29. Februar 2012 hat das Bundeskabinett eine bis zu 30-prozentige Kürzung dieser Förderung beschlossen. Atom- und Kohlekraftwerksbetreiber und deren Befürworter freut es sicherlich sehr, profitieren erstere doch am Meisten davon. Die Menschen jedoch, die sich seit Jahren für die Energiewende einsetzen, sehen sich mit dem Aus der sauberen und sicheren Energiegewinnung konfrontiert. Bundesweit sehen die Menschen die Gefahr, die in den Regierungsplänen liegt, und gehen auf die Straßen, um dagegen zu protestieren. Zahlreiche Organisationen wie Campact, der SFV oder das Magazin Photon rufen zu Protest-Aktionen auf (siehe den enerpremium-Blogbeitrag von Dienstag). Helfen Sie mit, damit wir gemeinsam die Energiewende noch retten können.

Bild: jadon / aboutpixel.de
Im enerpremium-Büro gehen seit Tagen immer mehr Protestaufrufe von sämtlichen großen wie auch kleineren Organisationen und Verbänden ein, die die Brisanz der Thematik immer wieder aufs Neue hervorheben. Mit dem Plan, die Förderung der Photovoltaik stark zu kürzen, läuten Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Bundesfinanzminister Philipp Rösler und nun auch das Bundekabinett den Untergang einer Zukunft mit sauberer Energie ein. Doch nicht nur die geplante Kürzung der Solarstromförderung sorgt für Unmut: Die Verordnungsermächtigung, die Röttgen anstrebt, ermöglicht ihm freie Hand über die Senkung oder Erhöhung der Vergütung - nicht nur für Solarstrom, sondern generell für Erneuerbare Energien. Diese Macht in den Händen eines Mannes - das kann nicht im Sinne einer Demokratie sein.

Auch der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), der mit über 800 Solarunternehmen die deutsche Solarbranche als Interessensgruppe vereint, schlägt Alarm. In seiner Pressemitteilung vom 23. Februar informiert der BSW über die Proteste gegen die Kürzung der Solarstromförderung, die am vergangenen Donnerstag in vielen Städten wie zum Beispiel Berlin stattgefunden hatten. Tausende Mitarbeiter von über 50 Solarunternehmen protestierten an diesem Tag gegen die Regierungspläne. Die Solarwirtschaft kritisiert die Kürzungspläne, die von Röttgen und Rösler am 23. Februar in Berlin vorgestellt wurden, massiv und zu Recht. Der Hauptgeschäftsführer der BSW-Solar, Carsten Körnig, spricht in diesem Zusammenhang von einem "Solar-Ausstiegsgesetz", unter dem die Energiewende nicht gelingen könne. Ferner stünden zehntausende Arbeitsplätze in einer der wichtigsten zukunftsweisenden Branchen auf dem Spiel.

Gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften und Verbänden ruft der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. deswegen am Montag, den 5. März 2012 zu einer Großkundgebung in Berlin auf. In einem Aufruf im photovoltaikforum betont der Vorstand der BSW, dass sich die Kräfte der bundesweiten Protestvorhaben auf eine große zentrale Veranstaltung konzentrieren sollten, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu erregen. Weitere Informationen zu der geplanten Kundgebung in Berlin findet man unter www.solarwirtschaft.de.

Dienstag, 28. Februar 2012

Solare Revolution fortsetzen / Röttgen & Rösler stoppen

Freie Bürger werden von Stromkonsumenten zu dezentralen Stromproduzenten – das ist der Grundgedanke der solaren Revolution, der die veralteten zentralen Strukturen mit all ihren Netzproblemen schrittweise überflüssig macht.

Nicht ohne Grund hat die Photovoltaik in Deutschland so gigantische Schritte gemacht. Ein solarer Siegeszug sozusagen. Langfristig ist die Energieautonomie - vor dem Hintergrund immer weiter steigender Energiepreise - die einzige logische Konsequenz. Nicht zufällig ist der Sonnenstrom ein überaus wichtiger Motor der unbedingt erforderlichen Energiewende.

Im vergangenen Jahr hat es die Solarindustrie trotz zahlreicher schädlicher Kürzungen geschafft, 7,5 Gigawatt in der BRD zu installieren. Davon wurden allein im Dezember 2011 (insbesondere aus Angst vor weiteren Kürzungen) 3.000 Megawatt installiert. In der EU konnte Deutschland damit die Spitzenreiterposition in Sachen Sonnenstrom weiter ausbauen. Bereits 2010 lag die installierte Nennleistung bei rund 17,37 Gigawatt, womit sie angesichts des Zubaus Ende 2011 bei rund 25 GWp lag. Letzteres entspricht einer Leistung von zirka 24-25 Atomkraftwerksblöcken. Mit anderen Worten ein gigantisches Potenzial, das im Vergleich zu konventionellen Kraftwerken zudem weitaus weniger Subventionen verschlungen hat und unterm Strich der Volkswirtschaft mehr genützt als geschadet hat.

Der volkswirtschaftliche Nutzen der Photovoltaik lässt sich nicht leugnen und sollte Anlass geben, den aktuellen Kürzungsvorhaben von Röttgen, Rösler & Co entschieden entgegenzutreten. Denn weitere Kürzungen zwingen die Energiewende in die Knie. Das Kürzungsvorhaben sieht vor, die Einspeisevergütungen für Solarstrom schon zum März weiter (in Abhängigkeit der Anlagengröße) um bis zu 30 Prozent abzusenken.

Bis zum Jahr 2020 sollen laut Bundesregierung mindestens 35 Prozent des Strombedarfs in Deutschland durch erneuerbaren Strom gedeckt werden. Ein Ziel, das zu einem großen Teil mit einem schnelleren Zubau von Photovoltaikanlagen erreicht werden kann. Denn die Photovoltaik ist in unserem Land mittlerweile nach der Windenergie Hauptlieferant des erneuerbaren Stroms und damit bedeutender als Wasserkraft.

Eine große Welle des Widerstands ist bereits in Gang. Insbesondere Campact und der Solarenergie-Förderverein Deutschland (SFV) rufen zu Protestaktionen auf. Das Fachmagazin Photon fordert Herrn Röttgen sogar zum Rücktritt auf und bittet unter  http://www.photon.de/solarfeindnr1.pdf um Mithilfe.

Auch wir schließen uns mit unserem enerpremium-Energieberatungsteam dem Protest an und fordern auch unsere Kunden und Leser auf, sich an dem Protest zu beteiligen, um die Energiewende zu retten!