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Montag, 23. April 2012

Geforderte Atom-Subventionen erhitzen die Gemüter

Die Forderung nach Subventionen für Atomstrom, die die Länder Frankreich, Großbritannien, Polen und Tschechien angebracht haben, sorgt landesweit für Empörung. Entsprechend eines Zeitungsartikels des Weser Kuriers vom 14. April, gebe es durch die Forderung der vier Länder nun eine Diskussion, ob die Atomenergie auf EU-Ebene nicht wie Erneuerbare Energien als klimafreundlich eingestuft werden könne. Dadurch wäre eine staatliche Förderung und die Vergabe von EU-Subventionen für Atomanlagen und Atomstrom besser möglich.

Bild: Bjoern Schwarz  / pixelio.de
Laut Zeitungsartikel kam von einem Sprecher des Industrieministeriums aus Paris allerdings die Meldung, dass es keine Initiative für eine stärkere europäische Atomkraft-Subventionierung gebe. Der Vorschlag zur Atomkraft-Subventionierung soll nächste Woche in Dänemark von den EU-Umwelt- und Energieministern diskutiert werden.

Aus Deutschland wird inzwischen Kritik an dem Vorschlag und an dem bisherigen Schweigen der Deutschen Bundesregierung stark. Nach Hubert Weiger, dem Vorsitzenden des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.), ist es absurd, ein Jahr nach den Vorfällen in Fukushima Milliardensubventionen für die Risikotechnologie Atomkraft zu fordern. Ferner müsse die Bundesregierung im Interesse ihrer Restglaubwürdigkeit diesen Angriff auf die Energiewende vehement zurückweisen. Auch aus den Reihen der FDP kommen kritische Stimmen - wie die des stellvertretenden Vorsitzenden des Umweltausschusses im Bundestag, Horst Meierhofer. Demnach stehe die Subventionierung von Atomstrom im Widerspruch zu allem, was in Deutschland beschlossen wurde.

Auch EUROSOLAR, die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V., bezieht in ihrer Pressemitteilung vom 13. April kritisch Stellung zu diesem Thema. Demnach ist das eigentliche Eingeständnis, das mit den Forderungen zu höheren Subventionen einhergeht, dass neue Atomkraftwerke nicht wirtschaftlich zu betreiben sind - trotz aller möglichen und seit Jahrzehnten vorhandenen Privilegien und Subventionen. Des Weiteren geht aus der Pressemitteilung hervor, dass Atomkraft in einem marktwirtschaftlichen System keine Chance hat, da die Investitionskosten viel zu hoch und unkalkulierbar sind. In einem immer flexibler werdenden, europäischen Strommarkt können solche Anlagen nicht mehr refinanziert werden, sprich, die verursachten Kosten können durch den Betrieb der Anlage nicht mehr ausgeglichen werden. Hierbei sind die Kosten für die Risiken eines Unfalls und der Endlagerung der atomaren Reststoffe noch nicht einmal mit eingerechnet.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

Freitag, 20. April 2012

Atomkraft als größter Fortschritts-Flop

Unter den 20 größten Fortschritt-Flops, die am 16. April bei 3sat vorgestellt wurden und ein Zuschauer-Ranking darstellen, findet sich auf dem allerersten Platz die Atomkraft!

Bild: Maltoe / aboutpixel.de
Auf die Frage "Welche technische oder wissenschaftliche Entwicklung wurde einst mit vielen Erwartungen vorangetrieben, entpuppte sich dann aber als ein Flop, weil sie diese Erwartungen nicht erfüllen konnte?" antwortend, beteiligten sich über 5000 Menschen online und schriftlich, so ein Artikel von sonnenseite.com. Den Moderator der Sendung im 3sat, Gert Scobel, überraschte besonders das eindeutige Ergebnis von Platz 1, denn allein die Hälfte (!) aller Stimmen ging an die Atomkraft. Auf Platz 2 folgt die Sommerzeit und dann der Biosprit. Die Energiesparlampe landete auf dem 4. Platz - nicht zu verwechseln mit der LED, die auch bei enerpremium im Büro für effizientes Licht sorgt.

Die Wärmedämmung landet auf einem unverdienten 10. Platz des Negativ-Rankings. Hierbei wurde wieder auf den ARD-Bericht zurückgegriffen, in dem das Thema Wärmedämmung leider sehr einseitig beleuchtet wird (wir berichteten) und dessen zentrale Referenz-Person in der Wissenschaft stark in der Kritik steht. Es ist schade, dass sich einige Journalisten und Magazine bei einem solch wichtigen Thema wie Wärmedämmung einseitig auf bestimmte Meinungen stützen, ohne die Gegenmeinungen und Argumente zu beleuchten. Wir brauchen mehr Energieeffizienz - mit Erneuerbaren Energien allein ist die Energiewende nicht zu schaffen. Energieeinsparung und Erneuerbare Energien müssen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Pauschalurteile sind in diesem Zusammenhang weniger förderlich.

Donnerstag, 19. April 2012

EUROSOLAR erbittet Hilfe bei der Rettung der Energiewende

Als die Meldungen um drastische Kürzungen der Solarförderungen bekannt wurden, gingen unheimlich viele Menschen auf die Straße, um zu protestieren. Die Pläne der schwarz-gelben Regierungskoalition stießen bei der breiten Bevölkerung, bei Umweltschutzverbänden, Energieberatern und der gesamten Solarbranche auf starke Gegenwehr. Auch Politiker und renommierte Persönlichkeiten aus der Wissenschaft verkündeten heftige Kritik an dem Vorhaben. Großaufgezogene Protestveranstaltungen, unzählige Protestschreiben, telefonische Beschwerden und viele Aktionen wurden veranstaltet und eingereicht - allerdings ohne nennenswerten Erfolg.

Bild: RainerSturm  / pixelio.de
Am 29. Februar beschloss das Bundeskabinett drastische Kürzungen der Solarstromförderung, am 29. März stimmte auch der Bundestag dem Gesetz zu. Die breiten Proteste hatten damals immerhin dazu geführt, dass die geplanten Vergütungskürzen um 3 Wochen, vom 9. März auf den 1. April, verschoben wurden. Nun steht am 11. Mai noch der endgültige Beschluss des Bundesrates bevor - nur dieser könnte das Schlimmste noch verhindern.

Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V. (EUROSOLAR) plant aus diesem Grund die Schaltung einer ganzseitigen Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung. Diese soll am 03.05.2012 in der Zeitung "DIE ZEIT" geschaltet werden, da sich dieses Medium für die Platzierung interner Anzeigeoptionen bestens bewährt hat, so ein Artikel von EUROSOLAR. Die Vereinigung bittet in diesem Zusammenhang die Bevölkerung, die Schaltung der Anzeige durch eine persönliche und zu veröffentlichende Unterschrift und einen Finanzierungsbeitrag zu unterstützen.

Weitere Infos zu der Aktion finden Sie unter www.eurosolar.de.

Mittwoch, 18. April 2012

Eine Dreckschleuder namens Traumschiff

Wenn man an Kreuzfahrten denkt, hat man meist schöne Bilder eines weiten Ozeans im Kopf - leckeres Essen und einen tollen Pool, saubere und etwas salzige Meeresluft zur Entspannung der Lungen... Saubere Luft? Im Gegenteil! Wie einem Artikel des Weser Kuriers vom 14. April zu entnehmen ist, sind die meisten vermeintlichen Traumschiffe wahre Dreckschleudern. So sieht das zumindest der Naturschutzbund Deutschland (NABU). Nach einem Jahr zieht der NABU nun Bilanz aus seiner Kampagne "Mir stinkts - Kreuzfahrtschiffe sauber machen". Demnach seien zwar umweltfreundliche Technologien vorhanden, doch die Reedereien würden diese überwiegend nicht anwenden.

Bild: www.urlauberschiff-fritzheckert.de  / pixelio.de
Laut Axel Friedrich, Verkehrsexperte und früherer Mitarbeiter des Umweltbundesamtes, leiden besonders Häfen wie Hamburg oder Bremerhaven unter den Abgasen der Kreuzfahrtriesen. An stark belasteten Häfen wie dem in Hamburg, werden laut Berechnungen täglich Feinstaubmengen freigesetzt, die denen von über 300.000 Pkw entsprechen. Entsprechend des Artikels sterben nach Berechnungen der EU jährlich etwa 50.000 Menschen vorzeitig durch Schiffsabgase. Doch natürlich sind die Abgase nicht nur für die Menschen an Bord und an Land sehr schädlich, sondern auch für die Umwelt. Entsprechend des Leiters für Verkehrspolitik beim NABU, sind die Ausstöße der Kreuzfahrtriesen vergleichbar mit denen einer dreckigen Fabrik.

Die Forderung des NABU beläuft sich konkret darauf, dass auf das stark schwefelhaltiges Schweröl (Schwefelanteil von bis zu 4,5 Prozent) verzichtet werden soll und stattdessen auf schwefelarmen Dieselkraftstoff zurückgegriffen wird. Außerdem sollten alle Schiffe mit Rußpartikelfiltern ausgestattet werden sollen. Laut Ralf Nagel, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied beim Verband Deutscher Reeder (VDR) und früherer Bremer Wirtschaftssenator, genießt der Umweltschutz bei den deutschen Reedereien neben Sicherheit und erstklassigem Gästekomfort höchste Priorität.

Der NABU weist indes darauf hin, dass die meisten Kreuzfahrtreedereien noch meilenweit vom nachhaltigen Wirtschaften entfernt seien. Deswegen wurden Aida und TUI Cruises Ende des vergangenen Jahres mit dem Negativ-Preis "Dinosaurier des Jahres" augezeichnet.

Montag, 16. April 2012

Erstes Quartal 2012 liefert 40 Prozent mehr Solarstrom als in 2011

Die Solarstrom-Erzeugung verzeichnet in Deutschland im ersten Quartal diesen Jahres einen 40-prozentigen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2011. Das verkündet die Fachzeitschrift GEB (Gebäude Energie Berater). In Deutschland wurden demnach in diesem Jahr 3,9 Milliarden Kilowattstunden Sonnenstrom produziert.

Bild: RainerSturm  / pixelio.de
Laut GEB ist der Anteil des Solarstroms an der deutschen Stromversorgung in den letzten drei Jahren von einem auf vier Prozent angestiegen - ein Trend, der sich hoffentlich trotz der aktuellen Vergütungskürzungen fortsetzen wird. Da die Preise für Photovoltaik-Anlagen in den letzten Jahren beständig gesunken sind, konnten die Förderkürzungen der letzten Jahre weitgehend ausgeglichen werden. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Netto-Endkundenpreis für fertig installierte PV-Anlagen bis 100 kWp Leistung lag 2009 noch bei 3.922,00 Euro pro kWp - nun liegt er bei 1.969,00 Euro pro kWp!

Freitag, 13. April 2012

Universität Bremen startet Veranstaltungsreihe zur Energiewende

An der Universität Bremen veranstaltet das Institut für Politikwissenschaft der Universität Bremen in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine öffentliche Ringvorlesung. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Universität hervor. Die Veranstaltungsreihe mit dem Titel "Die Energiewende - Beiträge aus der Wissenschaft" bietet wöchentliche Vorträge an und geht aus wissenschaftlicher Sicht auf die vielfältigen Aspekte der Energiewende in Deutschland ein.

Bild: Petra Bork  / pixelio.de
Die Referenten legen in ihren Vorträgen den Fokus auch auf die gesellschaftliche Aufgabe bei der Energiewende. Neben den Chancen der Energiewende werden auch die Themen Elektromobilität, Klimapolitik und Bürgerbeteiligung diskutiert. Auch Beiträge aus Sicht der Architektur und der Philosophie werden neben politischen, rechtlichen und ökonomischen Beiträgen zu finden sein.

Die Veranstaltungsreihe wird am 18. April mit einer Vorlesung von Prof. Dr. Armin Grunwald eröffnet und findet dann im wöchentlichen Abstand an der Universität Bremen immer mittwochs statt. Der erste Vortrag mit dem Namen "Die Energiewende als technische und gesellschaftliche Herausforderung: eine doppelte Aufgabe" startet am kommenden Mittwoch, den 18. April um 16.00 Uhr im GW2, Raum B 3009. Zu den kostenfreien Vorlesungen sind alle Interessierte eingeladen.

Nähere Informationen zu den Terminen finden Sie hier.

Donnerstag, 12. April 2012

Energiewende gerät im Heizungskeller ins Stocken

Die Fachzeitschrift GEB (Gebäude Energie Berater) zeigt, dass die Energiewende in den Heizungskellern der meisten Menschen noch nicht ganz angekommen ist. Nur wenige Hauseigentümer haben bereits ihre Heizungsanlage ausgetauscht, obwohl die meisten Heizungen recht alt und dementsprechend ineffizient sind. Energiesparen und Energieeffizienz sehen anders aus.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Laut GEB haben lediglich vier Prozent der Hauseigentümer im Jahr 2011 ihre veraltete Heizungsanlage gegen ein neues Modell ausgetauscht. Nach Elmar Esser, dem Hauptgeschäftsführer des ZVSHK (Zentralverband Sanitär Heizung Klima), arbeiten über 13 Millionen von 17,8 Millionen Heizungsanlagen nicht effizient.

Auch die Meinungsumfrage, die das Marktforschungsinstitut EMNID im Auftrag vom ZVSHK zu diesem Thema durchgeführt hat, liefert kein gutes Ergebnis. Nur 6 Prozent der befragten Hauseigentümer können sich demnach vorstellen, noch in diesem Jahr ihre Heizungsanlage zu erneuern - auch ohne Förderung. 12 Prozent sind unentschlossen, lehnen die Idee aber nicht ab. Ganze 60 Prozent der Befragten lehnen eine Erneuerung ihrer Heizungsanlage allerdings ab und die restlichen 22 Prozent der Befragten haben zu diesem Thema keine Meinung.

Kein sonderlich erfreuliches Ergebnis, wenn man die Wichtigkeit solch einer Maßnahme bedenkt. Eine gute Dämmung und eine energieeffiziente Heizungsanlage tragen, sofern handwerklich und technisch gut ausgeführt, erheblich zur Energieersparnis bei. Ein sehr wichtiger Schritt zum Gelingen der angestrebten Energiewende. Schließlich ist die umweltfreundlichste und beste Energie diejenige, die gar nicht erst gebraucht wird.

In diesem Sinne möchten wir daran erinnern, dass ein Heizungsaustausch gegen ein neueres und effizienteres Modell nicht nur der Umwelt nützt, sondern langfristig auch der eigenen Geldbörse. Schließlich muss erheblich weniger Energie aufgewendet werden, um das Gebäude zu heizen. Auch angesichts der stetig steigenden Preise für Heizöl und -gas zeigen, wie wichtig eine Einsparung in diesem Bereich ist. Der Heizungsaustausch wird von der KfW mit einem Investitionszuschuss (als Einzelmaßnahme mit 7,5 Prozent der Bruttoinvestitionssumme) oder alternativ mit einem zinsgünstigen Kredit gefördert.

enerpremium hilft Ihnen gerne bei der Antragstellung - rufen Sie uns einfach an (04203 / 80 41 84)! Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch und in unserem Blog.