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Mittwoch, 18. Mai 2011

Über die Halbwertszeit der Erinnerung / Kommentar zum AKW-Stresstest

Laut Lexikon meint die Halbwertszeit die Zeit, in der sich ein im Zeitverlauf exponentiell abnehmender Wert halbiert hat. Während die Halbwertszeit der Radioaktivität je nach Substanz bis zu Milliarden von Jahren andauert und ganze Generationen überdauert, beträgt die Halbwertszeit der menschlichen Erinnerung scheinbar nur einige Tage oder Wochen.

Nicht lange ist es her, da gab es einen regelrechten grünen Sinneswandel bei so manchen, eher pro Atom gesinnten Mitmenschen. Das Unglück in Fukushima liegt gerade mal einige Wochen zurück. Nach und nach verschwindet das Thema Fukushima still und heimlich aus der täglichen medialen Berichterstattung und schon verkünden namhafte Politiker, dass ein Ausstieg aus der Atomenergie nun doch noch „etwas“ warten kann. Oder um es in den Worten von Norbert Röttgen vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Stresstests der Reaktorsicherheitskommission zu formulieren: "Das ist kein Argument zu sagen, wir müssen da Hals über Kopf von heute auf morgen raus". Da stellt sich die Frage: Was haben wir aus Fukushima gelernt und welche Argumente braucht es noch, um zu verstehen, dass die Atomkraft nicht nur aus ethischer Sicht nicht zu verantworten ist?
Bild: Margot Kessler / pixelio.de
Mit Blick auf ein zentrales Ergebnis des kürzlich durchgeführten Stresstests der Reaktorsicherheitskommission, dass kein (!) deutsches Atomkraftwerk einem Flugzeugabsturz standhält, erscheint die Aussage von Röttgen wie eine Realsatire.

Immerhin: Eine Abschaltung von sieben Kraftwerken ist ein großer Schritt für eine Regierung, die den von der rot-grünen Regierung beschlossenen Atomausstieg kürzlich noch weiter hinauszögern wollte. Aber wer die Behauptung aufstellt, die Stresstestergebnisse lieferten kein Argument für einen sofortigen Ausstieg, ist mehr als nur grenzwertig.

Vor diesem Hintergrund ist Röttgens Konsequenz - Zitat: „Es ist verantwortbar, nicht sofort aus der Kernenergie auszusteigen“ - unverantwortlich und kurzsichtig. Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich einen Ausstieg aus der Kernenergie und zwar jetzt und nicht später!

Darüber hinaus kritisieren Opposition und Umweltverbände den Stresstest-Bericht als Schnellschuss. Einige Mitglieder der Reaktorsicherheitskommission stünden laut den Grünen zudem der Atomwirtschaft nahe.

Insgesamt lässt Herr Röttgen sich zu keinen konkreten Aussagen über Konsequenzen hinreißen. Wahrscheinlich weiß er, dass seine Partei und die Koalitionspartner trotz Fukushima wieder ins Grübeln geraten: Aussteigen ja, aber jetzt noch nicht. Konsequent ist das jedenfalls nicht. Vielleicht liegt es an der Halbwertszeit der menschlichen Erinnerung!?

Dienstag, 17. Mai 2011

40 Elektroautos für Weyhe und Stuhr / Energieberatung als Rundum-Check

Grüner Solarstrom vom hauseigenen Dach. Eine Klimaanlage, die sich aus grünem Strom speist. Dazu ein Elektrofahrzeug, das den selbst produzierten Strom speichert. Zukunftsmusik? In Weyhe und Stuhr seit dem vergangenen Samstag (14.05.2011) nicht mehr! Denn seitdem sind in den Gemeinden Weyhe und Stuhr 40 Elektrofahrzeuge der Marke Peugeot iOn unterwegs. Im Rahmen des E-Home-Energieprojektes 2020 haben die Teilnehmer innerhalb eines feierlichen Rahmenprogramms ihren frisch importierten Elektroflitzer erhalten.

Wie bereits berichtet bekamen die glücklichen Projektteilnehmer im Rahmen des Energieprojektes eine Klimaanlage für ihre Immobilie geschenkt. Zudem erhielten die Teilnehmer einen Zuschuss zu ihrer hauseigenen Photovoltaikanlage in Höhe von 30%, eine Projektberatung, einen Energieberatungsgutschein und den besagten Elektroflitzer mit einer erheblich vergünstigten Leasingrate. In Weyhe hat die Energieberatung enerpremium einen Großteil der Teilnehmer vor und während der Teilnahme ausführlich beraten. Auch die Energieberatung steht nun noch bevor, die die Immobilien noch einmal energetisch im Detail überprüft, um so auch in Sachen Energieeffizienz weitere Einsparungen vorzunehmen. Der Energieberatungsgutschein gilt noch bis zum 31.12.2011.

Zur Begrüßung sprachen bei der Elektrofahrzeugübergabe Gerd Stötzel (Landrat des Landkreises Diepholz), Cord Bockhop (Bürgermeister der Gemeinde Stuhr und selber Teilnehmer des Projektes), Dr. Andreas Bovenschulte (Erster Gemeinderat der Gemeinde Weyhe) und Stefan Moldaner (Vertriebsdirektor der Peugeot Deutschland GmbH). Zudem sorgten ein Bungee-Jumper, ein Hub-Steiger und die musikalische Begleitung des 70-köpfigen Orchesters „Moderne Orchester Syke“ für die nötige Unterhaltung.

Im Anschluss wurden dann die Elektrofahrzeuge an ihre neuen Fahrer übergeben. Ein Grund zur Freude, denn der Peugeot iOn hat mit seinen 67 PS eine Reichweite von 150 km und eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Elektromotoren zeichnen sich allgemein durch ihren - im Vergleich zum Verbrennungsmotor - überaus guten Wirkungsgrad aus, so dass sie bereits beim Anfahren mit ihrer Beschleunigung beeindrucken können. Immerhin beschleunigt das Fahrzeug von 0 auf 50 km/h in nur 5,9 Sekunden. Das Fahrzeug ist darüber hinaus erster Preisträger des ersten Öko-Awards in der Kategorie „Elektro- und Hybridantrieb“.
Aufgeladen wird das Fahrzeug über eine haushaltsübliche 220-Volt-Steckdose. Vollständig aufgeladen ist das Fahrzeug dann in ca. sechs Stunden. Bei einem 380-Volt-Schnellladesystem können sogar 80% der Gesamtbatteriekapazität innerhalb von 30 Minuten aufgefüllt werden.

In diesem Sinne allen Projektteilnehmern eine gute Fahrt!




Montag, 16. Mai 2011

Großdemo in Bremen am 28. Mai / AKWs aus. Sonne an!


Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (kurz BUND) ruft zu einer Großdemonstration in über 20 Städten auf. Auch in Bremen wird demonstriert.

Fukushima ist unvergessen und zeigt erneut: Atomkraft ist nicht beherrschbar und birgt ein unüberschaubares, tödliches Risiko. Der BUND rechnet deshalb bundesweit mit hunderttausenden Teilnehmern, um für den Atomausstieg zu demonstrieren. Denn nach Auffassung des BUND bestimmt letztendlich der öffentliche Druck den künftigen politischen Kurs.

Die Chancen waren noch nie so groß wie heute, einen grundlegenden Wechsel und Strukturwandel zu vollziehen. Weitere Infos dazu unter bund.de.

Dienstag, 10. Mai 2011

Steuernachlass für Elektroautos in der Diskussion

Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen fahren – das ist schon seit geraumer Zeit das erklärte Regierungsziel der Bundesregierung.

Das Kabinett von Angela Merkel erwägt laut sonnenseite.com nun, die steuerliche Befreiung von der Kfz-Steuer bei Elektrofahrzeugen von fünf auf zehn Jahre zu verdoppeln.
Bildquelle: aboutpixel.de / Die Lichter der Straßen © Evgeni Tcherkasski

Auch bei der Privatnutzung eines Dienstwagens sollen demnach Anreize geschaffen werden, indem die pauschale Versteuerung bei der Privatnutzung abgesenkt wird. Konkrete Entscheidungen zur steuerlichen Entlastung liegen jedoch noch nicht vor. Am 16. Mai tagt die „Nationale Plattform für Elektromobilität“ und diskutiert unter anderem einen Machbarkeitsbericht.

Zudem arbeite die Regierung laut sonnenseite.com an einem Programm, um die Elektrotechnologie weiter voranzubringen, so dass es noch vor der Sommerpause erste Beschlüsse im Kabinett geben soll.

Quelle: sonnenseite.com

Montag, 9. Mai 2011

Bremische Häfen nun mit Umweltzertifikat

Auf dem Weg zum grünen bzw. nachhaltigen Hafen haben sich die Häfen Bremen und Bremerhaven gemeinsam als erster deutscher Seehafenstandort nach den Richtlinien des Umweltmanagementsystems PERS (Port Environmental Review System) zertifiziert. Das frisch erworbene Zertifikat hat eine Gültigkeit von zunächst zwei Jahren, wie das Bremer Netzwerk i2b berichtet. Die Urkunde erhielt der Standort in Limassol/Zypern bei der European Seaports Conference 2011. 


Bild: Darius P. Pallus
 
Das PERS dient dem vorbeugenden Umweltschutz zur systematischen Verminderung von hafenbezogenen Umweltauswirkungen und ist rein freiwilliger Natur. In den Zertifizierungsprozess waren laut i2b viele Akteure wie bremenports, das Bremische Hafenamt (Senator für Wirtschaft und Häfen) und die Logistikunternehmen Eurogate und BLG eingebunden.

Martin Günthner, Senator für Wirtschaft und Häfen, betont, dass der Einklang zwischen wirtschaftlichen Belangen und Umweltbelangen das Ziel sei. Ökologische Vernunft, soziale Verantwortung und erfolgreiches Wirtschaften gehören für den Senator zusammen.

Quelle: i2b

Freitag, 6. Mai 2011

Neues Förderprogramm in Bassum: "Energie und Ressourcen sparen im Wohnbereich"

Das Bassumer Förderprogramm „Energie und Ressourcen sparen im Wohnbereich“ stellt laut Weser Kurier einen Fördertopf mit rund 10.000 Euro zur Verfügung. Die Hälfte der Fördergelder stellt die Stadt Bassum zur Verfügung. Der Rest stammt von den örtlichen Betrieben und Herstellern. Das Förderprogramm verfolgt gleich zwei Ziele: CO2-Reduzierung & Wirtschaftsförderung.

aboutpixel.de / Energiesparanlage_2 © Rainer Sturm
Gefördert werden energetische Sanierungen (z.B. Dach- oder Fenstersanierung) mit 4 Prozent des Investitionsvolumens, maximal jedoch mit 500 Euro. Thermische Solaranlagen werden bei einer Betriebswassererwärmung mit 200 Euro und bei einer zusätzlichen Heizungsunterstützung mit 250 Euro gefördert. Photovoltaik-Anlagen werden mit 300 Euro bezuschusst. Darüber hinaus werden so genannte E-Checks, die der Eigentümer kostenmäßig trägt, mit 50 Euro pro Wohneinheit gefördert. Beim E-Check wird das elektrische Inventar eines Hauses näher unter die Lupe genommen, was auch dem Sicherheitsgedanken Rechnung trägt.

Laut Wirtschaftsförderer Heinz Schierloh wird die Antragsstellung komplett von den Bassumer Firmen übernommen. Dies vereinfacht die Antragstellung für die Bürger enorm.

Donnerstag, 5. Mai 2011

Sonnenstrom: Der Norden auf dem Vormarsch

Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) hat kürzlich eine neue Statistik veröffentlicht, in der die Photovoltaik-Neuinstallationen 2010 untersucht worden sind. Bayern belegt nach wie vor Platz 1. Platz 2 und 3 belegen Brandenburg und Schleswig-Holstein - der Norden holt also auf!

Quelle: BSW

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer von BSW-Solar, kommentiert das Ergebnis mit einer klaren Ansage: „Dieser Trend widerlegt das Klischee, Solaranlagen würden sich nur in Süddeutschland lohnen“. Damit hat er Recht, denn auch in unseren niedersächsischen bzw. bremischen Regionen erzielen Anlagen je nach Ausrichtung durchaus 850 kWh pro kWp.

Die in 2010 installierte Sonnenstromleistung beziffert der BSW mit 7400 Megawattpeak (MWp). Körnig verweist darauf, dass dies in etwa der Strommenge eines Atomkraftwerkes entspricht. Eine beachtliche Leistung also, die die Investoren in Deutschland vollbracht haben.

Laut Statistik ist die am häufigsten installierte Anlagenart die für den Privatgebrauch (Anlagenklasse bis 30 kWp), die sich typischer Weise auf Wohndächern, Scheunen und Lagerhallen befinden. Aber auch Großkraftwerke legten deutlich zu.

Die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin schneiden in der Studie weniger gut ab und sind sozusagen die Schlusslichter im bundesweiten Ranking. Der BSW betont, dass dies vor allem auf die Eigenheimquote zurückzuführen sei, denn die Entscheidung für oder gegen eine PV-Anlage fällt vordergründig der Vermieter und nicht der Mieter.
Das Potenzial an Dächern ist vorhanden. Es muss nur stärker als bisher genutzt werden. In diesem Sinne: Packen wir es an!

Quelle: BSW