enerpremium

Montag, 13. Februar 2012

Umweltsünder mit Milliarden-Gewinnen

Das Energieunternehmen BP ist eines der größten Konzerne im Mineralölgeschäft. Es war auch eines seiner Ölförderplattformen, das im Jahr 2010 für eines der größten Umweltkatastrophen der Menschheitsgeschichte sorgte. Die von BP gepachtete "Deepwater Horizon" versank im Jahr 2010 nach einer Explosion im Golf von Mexiko und es traten unvorstellbare Mengen (etwa 800 Millionen Liter) Öl aus, die weite Gebiete der Ost-Küste Nordamerikas verseuchten. Nicht nur die Kontaminierung von Tieren und Pflanzen mit dem giftigen Erdöl, sondern auch die Giftstoffe, die durch das "kontrollierte" Abfackeln des Ölteppichs entstanden sind, stellen enorme Schäden für die Umwelt und das Klima dar.

Bild: rebel  / pixelio.de
Dennoch blieben die Schäden für den Konzern vergleichsweise marginal. Wie aus einem Artikel des Wochentipps vom vergangenen Sonntag hervor geht, machte BP im Jahr 2010 2,8 Milliarden Verlust. Das klingt erst einmal ziemlich viel, doch ist diese Summe an den Gewinnen gemessen vergleichsweise gering. Diese Gewinne beliefen sich laut des Artikels zum Jahresende 2011 auf satte 30,5 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg trotz der Ölkatastrophe um 25 Prozent auf 285 Milliarden Euro.

Entsprechend des Wochentipps kündigte BP sechs weitere große Ölprojekte an, die bald die Förderung aufnehmen sollen - in Angola, dem Golf von Mexiko und auch der Nordsee. Bis 2014 sollen ganze neun weitere Großprojekte folgen. Weiterhin wurde vom Vorstandsvorsitzenden Robert Dudley angekündigt, dass die Ölförderung in den nächsten Jahren weiter hochgefahren werden wird.

Der Konzern betreibt in Deutschland unter dem eigenen Namen BP und unter dem Namen ARAL Tankstellen, wobei ARAL mit einem Marktanteil von 16,7 Prozent Marktführer ist (Wikipedia).

Freitag, 10. Februar 2012

enerpremium sucht Verstärkung für das Jahr 2012

Wir bieten einen attraktiven Arbeitsplatz in einer interessanten und zukunftsweisenden Branche, bei dem Sie die Möglichkeit haben, Ihre eigenen Stärken einzubringen.

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir zum 01.09.2012 eine/n Energieberater/in.

Freuen Sie sich auf abwechslungsreiche Tätigkeiten in einem hochmotivierten Team, in dem die Freude am Beruf eine große Rolle spielt. Hier geht es zum Stellenprofil.

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Mittwoch, 8. Februar 2012

Thermografieaufnahmen der Bremer Innenstadt

Ein großes Potenzial, um Energie zu sparen, liegt in der Sanierung von bestehenden Gebäuden. Doch nicht nur Wohngebäude sind oft sanierungsbedürftig, sondern auch öffentliche Gebäude (so genannte Nicht-Wohngebäude). Wie es wärmetechnisch zum Beispiel in der Bremer Innenstadt aussieht, machten jetzt Forscher der Jacobs University Bremen sichtbar.

Mit Hilfe eines speziellen Verfahrens namens "ThermalMapper", das an der Universität entwickelt wurde, konnten die Forscher ein sehr präzises thermografisches 3D-Modell der Bremer Innenstadt erstellen. Das geht aus einem Artikel des i2b-Portals vom 03.02.12 hervor. Demnach dient "ThermalMapper" normalerweise der thermografischen Analyse von Innenräumen und wurde zum ersten Mal für die Analyse in so einem großen Areal eingesetzt. Für die Analyse erfasst ein mobiler Roboter die Umgebung durch einen dreidimensionalen Laserscan - parallel dazu misst er die räumliche Verteilung der Wärmestrahlung im entsprechenden Gebiet, so das i2b-Portal. Spezielle Algorithmen, die von den Forschern der Jacobs University entwickelt wurden, errechnen dann das thermografische 3D-Modell.

Das Ergebnis ist ein etwa zwei Minuten dauernder virtueller Rundgang durch Bremens Innenstadt, in dem man deutliche Wärmeverluste an den Fassaden verschiedener bekannter Gebäude erkennen kann. Diese Wärmeverluste sind, wie bei anderen Außen-Wärmebildaufnahmen auch, durch die rötlichen Einfärbungen an den schlecht isolierten Stellen erkennbar.



Dienstag, 7. Februar 2012

Handwerker müssen Fachunternehmererklärung ausstellen

Leider sind nur wenige Immobilien wirklich gut gedämmt - viele Gebäude stammen noch aus Zeiten, in denen Wärmeschutzvorschriften noch nicht so ausgereift waren wie heute. Gerade bei den derzeit herrschenden Temperaturen bekommt man leicht zu spüren, wie die Wärme aus dem Haus entweicht. Mit einer energetischen Sanierung lässt sich kostbare Energie und damit auch Geld sparen.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Am 04.02.12 wies auch der Weser Kurier darauf hin, dass ausführende Handwerker bei energetischen Sanierungen dazu verpflichtet sind, eine so genannte Unternehmererklärung über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften abzugeben. Mit dieser Erklärung bestätigen die Handwerker, dass das Bauergebnis den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (kurz EnEV) entspricht. Versäumt der ausführende Handwerker hingegen seine Pflicht und stellt die Erklärung nicht oder falsch aus, so kann er mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Euro bestraft werden.

Freitag, 3. Februar 2012

Solarstrom drückt Preis nach unten

Das scheinbare Argument des "teuren" Stroms aus erneuerbaren Energiequellen sollte aus der Welt geschafft sein. Schließlich gibt es genügend Studien, die den gegenteiligen Effekt bestätigen. Auch wir haben schon des Öfteren über dieses Thema berichtet.
 
Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Laut des Bundesverbandes Solarwirtschaft senkt beispielsweise der Solarstrom die durchschnittlichen Preise an der EPEX-Strombörse (European Energy Exchange) um bis zu 10 Prozent - in der Mittagszeit (wo die Sonne besonders scheint, aber auch am meisten Strom benötigt wird) sogar um bis zu 40 Prozent. Grund hierfür ist der so genannte Merit-Order-Effekt: An der Strombörse werden beginnend mit den niedrigsten Grenzkosten so lange Kraftwerke mit höheren Grenzkosten zugeschaltet, bis die Nachfrage an Strom gedeckt ist. Da die Erneuerbaren Energien laut Gesetz Vorrang bei der Einspeisung ins Netz haben und auch geringere Grenzkosten aufweisen, verdrängen sie den konventionellen, teureren Strom vom Markt. Weil der Strompreis durch das jeweils teuerste produzierende Kraftwerk bestimmt wird, das zur Nachfragedeckung benötigt wird, wird der Preis durch die Erneuerbaren Energien gesenkt (Wikipedia).

Der Bundesverband Solarwirtschaft bemängelt allerdings, dass die privaten Verbraucher von diesen preissenkenden Effekten gar nichts mitbekommen würden, da der Stromanbieter dies meist nicht an die Kunden weitergibt. Die wirklichen Nutzer dieses Effekts sind demnach die Industrie und die Großhändler, die den Strom direkt von der EPEX-Börse beziehen. Erstere sind ohnehin von der EEG-Umlage befreit, was zu einem doppelten Nutzen für sie führt.

Da hilft nur eines: Vergleichen und zu einem grünen Stromanbieter wechseln - aber besser noch ist die eigene Unabhängigkeit von den Stromversorgern zum Beispiel durch eine eigene Photovoltaik-Anlage.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Fördertopf für Gebäudesanierung schrumpft

Bereits im Jahresrückblick 2011 haben wir das Problem beschrieben: Die Bundesregierung verkündete Mitte 2011 die Aufstockung des KfW-Gebäudesanierungsprogramms auf 1,5 Milliarden Euro im Rahmen des neuen Energiekonzeptes, obwohl der verfügbare „Förderpott“ 2011 ohnehin auf 437 Millionen Euro zusammengestrichenen worden war. Das Förderungsbudget belief sich 2009 noch auf zwei Milliarden Euro.

Bild: Michael Lorenzet  / pixelio.de
Nun muss man erfahren, dass sich die verfügbaren Mittel für das KfW-Gebäudesanierungsprogramm in diesem Jahr sogar nur noch auf 900 Millionen Euro belaufen werden. Dies geht aus einem Artikel der Zeitschrift "Gebäude Energie Berater" hervor. Demnach ist diese Entwicklung auf die niedrigen Verkaufserlöse der CO2-Emissionszertifikate zurückzuführen. Der Plan der Bundesregierung sah so aus, dass ab dem Jahr 2012 alle Einnahmen des Bundes aus der Versteigerung dieser Zertifikate direkt in den Energie- und Klimafonds (EKF) fließen sollten. Genau dieser Verkaufserlös werde laut des Bundesfinanzministeriums aber nicht wie geplant ausfallen.

Kein Wunder: Wie sollen auch nennenswerte Verkaufserlöse mit CO2-Emissionszertifikaten erzielt werden, wenn diese immer wieder von der Bundesregierung verschenkt worden sind?! Weitere Infos dazu gibt es unter dradio.de.

Aus dem GEB-Artikel geht auch hervor, dass sich verschiedene Verbände zusammengeschlossen haben, um Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) an seine 1,5-Milliarden-Euro-Zusage zu erinnern. Dieser hatte versprochen, in den kommenden Jahren jeweils (!) 1,5 Milliarden Euro an KfW-Fördermitteln für die energetische Gebäudesanierung bereitzustellen. Unter den Verbänden, die sich in der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" zusammengeschlossen haben, befinden sich unter anderem die IG BAU und der Deutsche Mieterbund. Sie befürchten durch den niedrigen Stand der Fördermittel nun einen gewaltigen Rückschlag bei der energetischen Gebäudesanierung.

Unser Tipp: Wer vor hat zu sanieren, sollte dieses Vorhaben nicht mehr lange aufschieben - weil der Fördertopf vielleicht schon bald ausgeschöpft ist. Schließlich sind die Förderkonditionen als solches derzeit noch unschlagbar. Eile ist geboten, denn sicher ist sicher! Zumal es ein sehr großzügiges Zeitfenster zwischen Förderzusage und der eigentlichen Umsetzung der Maßnahmen gibt.

Montag, 30. Januar 2012

Wollen wir eine Zukunft mit Atomenergie?

Dem Vorhaben, die Energieversorgung Europas und der restlichen Welt auf erneuerbare Energiequellen zu gründen, werden mit dem Energiefahrplan 2050 Steine in den Weg gelegt. Man sollte annehmen, dass die Katastrophen von Chalk River, Kyschtym und Majak den Staatsoberhäuptern sämtlicher Länder bereits mehrfach Gründe gegen Atomkraft geliefert haben müssten - nach Tschernobyl, aber spätestens doch nach Fukushima sollten bei jedem die Zweifel zumindest so laut geworden sein, dass die unkontrollierbare Atomkraft keine Zukunft mehr hat. Das Gegenteil ist der Fall: Ist der anfängliche Schrecken nach einer Katastrophe wieder einigermaßen in Vergessenheit geraten, wird schon wieder behauptet, dass Atomkraft so schlecht nicht sein kann. Reaktorsicherheit und die angeblich niedrigen Kosten dienen den Atombefürwortern als oft benutzte Argumente.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Nein - die Atomkraft ist und bleibt ein von Menschenhand geschaffenes Übel, das wir nicht in dem Maße kontrollieren können, wie es einige gerne wollten. Einige sehen das ein und wehren sich dagegen, haben aber gegen die Stärke der Atomlobby kaum eine Chance. Tatsachen werden medienwirksam ignoriert oder ummodeliert - so wie offenbar auch im aktuellen Fall des Energiefahrplans 2050.

Wie wir bereits in dem Beitrag über Oettingers AKW-Bauvorhaben berichteten, wird die Atomkraft auch im aktuellen Energiefahrplan 2050 der Europäischen Kommission als ein "wichtiger Faktor" bezeichnet. In dem Dokument heißt es laut des Rates für Nachhaltige Entwicklung, dass die Atomenergie in den Mitgliedsstaaten, in denen sie verwendet wird, einen erheblichen Beitrag zum Umbau des Energiesystems leistet. 


In dem Artikel des Rates für Nachhaltige Entwicklung wird außerdem die Kritik von Umweltschützern angeführt, wonach die Kommission die Kosten der erneuerbaren Energien künstlich in die Höhe treiben und die Kosten von Atom- und Kohlestrom zu niedrig ansetzen würde. Ferner wird diese Einschätzung laut des Rates vom Bundesumweltministerium geteilt - dort heißt es, dass die Preisannahmen in den verschiedenen Szenarien des Energiefahrplans 2050 zum Teil nicht nachvollziehbar seien und dass die tatsächlichen Technologiekosten der erneuerbaren Energien bereits deutlich unter den angenommenen Preisen der Kommission liegen.

Wir sehen also, dass Tatsachen offenbar wieder bewusst so verändert werden, dass die konventionellen Energiequellen viel besser und harmloser erscheinen, als sie es in Wirklichkeit sind. Das Umweltinstitut München e.V. hat zu diesem Thema eine Info-Kampagne veröffentlicht, die online eingesehen werden kann. Hier erfahren Sie mehr.