enerpremium

Dienstag, 7. Februar 2012

Handwerker müssen Fachunternehmererklärung ausstellen

Leider sind nur wenige Immobilien wirklich gut gedämmt - viele Gebäude stammen noch aus Zeiten, in denen Wärmeschutzvorschriften noch nicht so ausgereift waren wie heute. Gerade bei den derzeit herrschenden Temperaturen bekommt man leicht zu spüren, wie die Wärme aus dem Haus entweicht. Mit einer energetischen Sanierung lässt sich kostbare Energie und damit auch Geld sparen.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Am 04.02.12 wies auch der Weser Kurier darauf hin, dass ausführende Handwerker bei energetischen Sanierungen dazu verpflichtet sind, eine so genannte Unternehmererklärung über die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften abzugeben. Mit dieser Erklärung bestätigen die Handwerker, dass das Bauergebnis den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (kurz EnEV) entspricht. Versäumt der ausführende Handwerker hingegen seine Pflicht und stellt die Erklärung nicht oder falsch aus, so kann er mit einer Geldstrafe von bis zu 5000 Euro bestraft werden.

Freitag, 3. Februar 2012

Solarstrom drückt Preis nach unten

Das scheinbare Argument des "teuren" Stroms aus erneuerbaren Energiequellen sollte aus der Welt geschafft sein. Schließlich gibt es genügend Studien, die den gegenteiligen Effekt bestätigen. Auch wir haben schon des Öfteren über dieses Thema berichtet.
 
Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Laut des Bundesverbandes Solarwirtschaft senkt beispielsweise der Solarstrom die durchschnittlichen Preise an der EPEX-Strombörse (European Energy Exchange) um bis zu 10 Prozent - in der Mittagszeit (wo die Sonne besonders scheint, aber auch am meisten Strom benötigt wird) sogar um bis zu 40 Prozent. Grund hierfür ist der so genannte Merit-Order-Effekt: An der Strombörse werden beginnend mit den niedrigsten Grenzkosten so lange Kraftwerke mit höheren Grenzkosten zugeschaltet, bis die Nachfrage an Strom gedeckt ist. Da die Erneuerbaren Energien laut Gesetz Vorrang bei der Einspeisung ins Netz haben und auch geringere Grenzkosten aufweisen, verdrängen sie den konventionellen, teureren Strom vom Markt. Weil der Strompreis durch das jeweils teuerste produzierende Kraftwerk bestimmt wird, das zur Nachfragedeckung benötigt wird, wird der Preis durch die Erneuerbaren Energien gesenkt (Wikipedia).

Der Bundesverband Solarwirtschaft bemängelt allerdings, dass die privaten Verbraucher von diesen preissenkenden Effekten gar nichts mitbekommen würden, da der Stromanbieter dies meist nicht an die Kunden weitergibt. Die wirklichen Nutzer dieses Effekts sind demnach die Industrie und die Großhändler, die den Strom direkt von der EPEX-Börse beziehen. Erstere sind ohnehin von der EEG-Umlage befreit, was zu einem doppelten Nutzen für sie führt.

Da hilft nur eines: Vergleichen und zu einem grünen Stromanbieter wechseln - aber besser noch ist die eigene Unabhängigkeit von den Stromversorgern zum Beispiel durch eine eigene Photovoltaik-Anlage.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Fördertopf für Gebäudesanierung schrumpft

Bereits im Jahresrückblick 2011 haben wir das Problem beschrieben: Die Bundesregierung verkündete Mitte 2011 die Aufstockung des KfW-Gebäudesanierungsprogramms auf 1,5 Milliarden Euro im Rahmen des neuen Energiekonzeptes, obwohl der verfügbare „Förderpott“ 2011 ohnehin auf 437 Millionen Euro zusammengestrichenen worden war. Das Förderungsbudget belief sich 2009 noch auf zwei Milliarden Euro.

Bild: Michael Lorenzet  / pixelio.de
Nun muss man erfahren, dass sich die verfügbaren Mittel für das KfW-Gebäudesanierungsprogramm in diesem Jahr sogar nur noch auf 900 Millionen Euro belaufen werden. Dies geht aus einem Artikel der Zeitschrift "Gebäude Energie Berater" hervor. Demnach ist diese Entwicklung auf die niedrigen Verkaufserlöse der CO2-Emissionszertifikate zurückzuführen. Der Plan der Bundesregierung sah so aus, dass ab dem Jahr 2012 alle Einnahmen des Bundes aus der Versteigerung dieser Zertifikate direkt in den Energie- und Klimafonds (EKF) fließen sollten. Genau dieser Verkaufserlös werde laut des Bundesfinanzministeriums aber nicht wie geplant ausfallen.

Kein Wunder: Wie sollen auch nennenswerte Verkaufserlöse mit CO2-Emissionszertifikaten erzielt werden, wenn diese immer wieder von der Bundesregierung verschenkt worden sind?! Weitere Infos dazu gibt es unter dradio.de.

Aus dem GEB-Artikel geht auch hervor, dass sich verschiedene Verbände zusammengeschlossen haben, um Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) an seine 1,5-Milliarden-Euro-Zusage zu erinnern. Dieser hatte versprochen, in den kommenden Jahren jeweils (!) 1,5 Milliarden Euro an KfW-Fördermitteln für die energetische Gebäudesanierung bereitzustellen. Unter den Verbänden, die sich in der Kampagne "Impulse für den Wohnungsbau" zusammengeschlossen haben, befinden sich unter anderem die IG BAU und der Deutsche Mieterbund. Sie befürchten durch den niedrigen Stand der Fördermittel nun einen gewaltigen Rückschlag bei der energetischen Gebäudesanierung.

Unser Tipp: Wer vor hat zu sanieren, sollte dieses Vorhaben nicht mehr lange aufschieben - weil der Fördertopf vielleicht schon bald ausgeschöpft ist. Schließlich sind die Förderkonditionen als solches derzeit noch unschlagbar. Eile ist geboten, denn sicher ist sicher! Zumal es ein sehr großzügiges Zeitfenster zwischen Förderzusage und der eigentlichen Umsetzung der Maßnahmen gibt.

Montag, 30. Januar 2012

Wollen wir eine Zukunft mit Atomenergie?

Dem Vorhaben, die Energieversorgung Europas und der restlichen Welt auf erneuerbare Energiequellen zu gründen, werden mit dem Energiefahrplan 2050 Steine in den Weg gelegt. Man sollte annehmen, dass die Katastrophen von Chalk River, Kyschtym und Majak den Staatsoberhäuptern sämtlicher Länder bereits mehrfach Gründe gegen Atomkraft geliefert haben müssten - nach Tschernobyl, aber spätestens doch nach Fukushima sollten bei jedem die Zweifel zumindest so laut geworden sein, dass die unkontrollierbare Atomkraft keine Zukunft mehr hat. Das Gegenteil ist der Fall: Ist der anfängliche Schrecken nach einer Katastrophe wieder einigermaßen in Vergessenheit geraten, wird schon wieder behauptet, dass Atomkraft so schlecht nicht sein kann. Reaktorsicherheit und die angeblich niedrigen Kosten dienen den Atombefürwortern als oft benutzte Argumente.

Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Nein - die Atomkraft ist und bleibt ein von Menschenhand geschaffenes Übel, das wir nicht in dem Maße kontrollieren können, wie es einige gerne wollten. Einige sehen das ein und wehren sich dagegen, haben aber gegen die Stärke der Atomlobby kaum eine Chance. Tatsachen werden medienwirksam ignoriert oder ummodeliert - so wie offenbar auch im aktuellen Fall des Energiefahrplans 2050.

Wie wir bereits in dem Beitrag über Oettingers AKW-Bauvorhaben berichteten, wird die Atomkraft auch im aktuellen Energiefahrplan 2050 der Europäischen Kommission als ein "wichtiger Faktor" bezeichnet. In dem Dokument heißt es laut des Rates für Nachhaltige Entwicklung, dass die Atomenergie in den Mitgliedsstaaten, in denen sie verwendet wird, einen erheblichen Beitrag zum Umbau des Energiesystems leistet. 


In dem Artikel des Rates für Nachhaltige Entwicklung wird außerdem die Kritik von Umweltschützern angeführt, wonach die Kommission die Kosten der erneuerbaren Energien künstlich in die Höhe treiben und die Kosten von Atom- und Kohlestrom zu niedrig ansetzen würde. Ferner wird diese Einschätzung laut des Rates vom Bundesumweltministerium geteilt - dort heißt es, dass die Preisannahmen in den verschiedenen Szenarien des Energiefahrplans 2050 zum Teil nicht nachvollziehbar seien und dass die tatsächlichen Technologiekosten der erneuerbaren Energien bereits deutlich unter den angenommenen Preisen der Kommission liegen.

Wir sehen also, dass Tatsachen offenbar wieder bewusst so verändert werden, dass die konventionellen Energiequellen viel besser und harmloser erscheinen, als sie es in Wirklichkeit sind. Das Umweltinstitut München e.V. hat zu diesem Thema eine Info-Kampagne veröffentlicht, die online eingesehen werden kann. Hier erfahren Sie mehr.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Aus erneuerbaren Energien Gas produzieren

Leider ist das Stromnetz in unserem Land nicht für die heutige, dezentrale Form der Energiebereitstellung durch erneuerbare Energien konzipiert - es stammt noch aus Zeiten, in denen wenige große Kraftwerke viele Menschen in den unterschiedlichsten Gebieten Deutschlands belieferten. Die Energie aus erneuerbaren Quellen wird heute aber von vielen Menschen an vielen Standorten produziert, weshalb diese Bereitstellung nun nicht mehr auf wenige Standorte zentriert ist. Diese erneuerbaren Energien haben laut Gesetz Vorrang bei der Einspeisung in das Stromnetz - dennoch werden bei starkem Wind viele Windkraftanlagen vom Netz genommen, um dieses nicht zu überlasten. Warum nimmt man stattdessen nicht die Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz? Die Stromriesen E.ON, Vattenfall & Co. argumentieren hierbei, dass man Windkraftanlagen eben leichter abschalten könne. Eine Verschwendung an sauberer Energie.

Bild: Margot Kessler / pixelio.de
Der Netzausbau ist sehr aufwändig und zeitintensiv. Wie löst man dieses Problem also am besten? Der "überschüssig" produzierte Strom muss gespeichert werden. Das Stichwort lautet in diesem Zusammenhang "Windgas". Das Vorhaben, mithilfe von Windenergie Wasserstoff zu erzeugen und dem Erdgas beizumengen ist bereits im vollen Gang.

Laut sonnenseite.com wird Greenpeace Energy nun einer der ersten Energieversorger sein, der seine Kunden zumindest teilweise mit dem sogenannten "Windgas" beliefern wird. Vorerst wird laut Greenpeace Energy Erdgas an die Kunden geliefert, diesem jedoch nach und nach immer mehr Windgas (Wasserstoff) beigemischt. Dieses Windgas wird durch Elektrolyse von Wasser erzeugt, bei der Wasser durch Strom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Diese Art und Weise ist insofern erneuerbar, als dass hierzu Ökostrom - darunter der "überschüssig" produzierte Strom von Windkraftanlagen - verwendet wird.

Eine weitere Möglichkeit, um den aus Windkraft (und natürlich auch aus anderen erneuerbaren Quellen) erzeugten Strom zu speichern, ist entsprechend eines Artikels der 100% erneuerbar Stiftung die Produktion von synthetischem Erdgas. Dazu wird der erzeugte Wasserstoff in einem weiteren Schritt mit CO2 in Methan umgewandelt. Dieses kann direkt in das deutsche Erdgasnetz eingespeist werden und zum Kochen, Heizen und für Gasfahrzeuge verwendet werden. Ferner kann es allerdings auch durch Gaskraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen wieder in Strom umgewandelt werden.

Montag, 23. Januar 2012

Photovoltaik 2012: Eine kurze Bestandsaufnahme

In Sachen Sonnenstrom hat sich einiges getan in Deutschland. Nicht nur, dass seit dem 01. Januar die neue, abgesenkte Einspeisevergütung gilt (siehe Tabelle) und sich im Dezember aufgrund der besagten Kürzung ein Rekordergebnis von 7,5 Gigawatt installierter PV-Leistung eingestellt hat (Hinweis: 3.000 Megawatt wurden im Dezember installiert). Nein – der Streit um die Photovoltaikförderung geht weiter und erreicht neue Dimensionen.

Die entscheidende Frage ist und bleibt: Wollen wir die Energiewende oder nicht?
Umfragen belegen, dass die Bürger in der BRD den Umstieg wollen. Wieso diskutieren Politiker dann nach Fukushima tatsächlich noch darüber, wie man den Zubau an erneuerbarer Sonnenenergie bremsen kann?! Das kann nicht im Sinne der Nachhaltigkeit sein.

Wir brauchen ein klares, widerspruchsfreies Bekenntnis zu den Erneuerbaren Energien. Lippenbekenntnisse reichen nicht – was allein zählt sind Taten. Weitere Kürzungsbestrebungen sind Gift für die Energiewende und damit Gift für die nachfolgenden Generationen.

Vor allem die Photovoltaik macht die Bürger in ihrer Stromversorgung unabhängiger. Eine dezentrale Energieversorgung – vor allem in Bürgerhand - sollte das deklarierte Ziel einer verantwortungsbewussten Regierung sein.

Will man bezahlbaren Solarstrom, so ist ein Bremsen des PV-Marktes ein Irrweg. Es ist eine ökonomische Tatsache, dass ein größeres Angebot an solaren Lösungen den Preis senkt. Eine Verknappung des Angebotes bewirkt genau das Gegenteil. Wenn nun viele deutsche Solarfirmen dem Kürzungswahn nicht gewachsen sind, dann wird sich das Angebot ganz automatisch verknappen. Auch das Gesetz der Massenproduktion lässt keine anderen Schlüsse zu: Nur dann wenn die Produktionsmenge steigt, können sich Kostensenkungen ergeben. Denn es macht einen großen Unterschied, ob sich die Produktionskosten mit hohem Fixkostenanteil auf wenige oder auf viele Solarkomponenten verteilen.

Nun verkündet Umweltminister Röttgen jedoch, die Solarförderung künftig sogar monatlich absenken zu wollen und diese jährlich auf 24 Prozent zu begrenzen. Zudem spricht Röttgen offen davon, dass die Zubauzahlen der Photovoltaik zu hoch seien. Vor dem Hintergrund der oben geschilderten Logik nicht nachvollziehbar!

Vielleicht liegt das vor allem daran, dass sich die politische Führungsriege unseres Landes eine dezentrale, autarke Energieversorgung im Sinne einer Demokratisierung der Stromversorgung nicht wirklich vorstellen kann?! Vielleicht wird daher immer noch wenigen Großkonzernen der konventionellen Energieversorgung der Rücken gestärkt, um die veraltete zentrale Versorgung aufrechtzuerhalten und die Energieversorgung auf gar keinen Fall den Bürgern zuzumuten?!

Was meinen Sie?

Freitag, 20. Januar 2012

Niedrige Gasrechnung trotz gestiegener Preise

Wer ärgert sich nicht über die andauernden Preissteigerungen in Sachen Energie? Ein Grund unter vielen, warum man sich unabhängig oder zumindest unabhängiger machen sollte.

Bild: Daniel Gast / pixelio.de
Neben dem permanent steigenden Strompreis wird auch Gas immer teurer. 2011 ist der Preis für Erdgas nach Informationen eines Artikels der Fachzeitschrift "Gebäude Energie Berater" im Schnitt um 8 Prozent gestiegen. Dass viele diese Entwicklung nicht so richtig mitbekommen haben, liegt wahrscheinlich an dem ungewöhnlich warmen Wetterverhältnissen des Jahres 2011 - entsprechend des Artikels gehört das Jahr 2011 zu den fünf wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Ferner werden die Berechnungen des Verbraucherportals toptarif.de angeführt, wonach der durch die Witterung bedingte Energiebedarf in diesem Jahr geringer ist, als noch im Vorjahr - nämlich um etwa 18,5 Prozent. Dadurch sind die tatsächlichen Gaskosten für Privatverbraucher rund 15 Prozent niedriger als im Jahr 2010. Auf einen durchschnittlichen Haushalt mit einem Gasbezug von 15.900 kWh/a gerechnet, fallen dadurch die Jahreskosten 2011 im Vergleich zum Vorjahr um rund 160 Euro.

Daniel Dodt von toptarif.de prognostiziert in dem Artikel aber, dass sich diese Entwicklung wohl nicht fortsetzen werde, da die Gaspreise in diesem Jahr weiter steigen werden.