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Mittwoch, 11. Januar 2012

Alles im grünen Bereich

Die so genannten „grünen“ Jobs - solche im Bereich der erneuerbaren Energien, Umweltschutz etc. - erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, sind sie doch zukunftsweisend und abwechslungsreich. Auch tragen sie dazu bei, unseren Lebensraum langfristig zu schützen und zu erhalten.

Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de
Über verschiedene Quellen kann man sich über freie Stellen in diesen Bereichen informieren, beispielsweise über das Online-Jobportal „energiejobs nordwest“. Dort werden derzeit 102 freie Stellen in der nordwestlichen Region Deutschland angeboten. Diese Seite wird, im Auftrag des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Oldenburg, von dem Zentrum für Windenergieforschung der Universitäten Oldenburg, Hannover und Bremen (ForWind) betrieben.

„energiejobs nordwest“ verfügt laut Informationen des i2b-Portals über einige Neuerungen, die es dem Nutzer nun noch einfacher machen, an Informationen zu gelangen. Demnach besteht nun unter anderem eine Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, sodass entsprechende Stellenangebote von dort nun auch bei „energiejobs nordwest“ aufgeführt werden. Zudem soll durch eine Kooperation mit eejobs.de, einer bundesweiten Jobbörse für erneuerbare Energien, eine größere Bekanntheit erlangt werden. Des Weiteren können Jobsuchende von nun an auch Informationen über das Unternehmen einsehen, das sein Stellenangebot auf der Seite eingestellt hat.

Freitag, 6. Januar 2012

Oettinger plant 40 neue AKW für Europa

Als wäre es nicht schon eine Schande ungeheuerlichen Ausmaßes, dass in unserem Nachbarland Polen neue Atomkraftwerke gebaut werden sollen (das wäre Polens Atomeinstieg!) - nun macht sich EU-Kommissar Günther Oettinger auch noch für ganze 40 neue Atomkraftwerke in Europa stark! Der Zeitraum, in dem dieses Vorhaben umgesetzt werden soll, beläuft sich auf 20 Jahre.


Bild: Thommy Weiss  / pixelio.de
Entsprechend eines Artikels der Süddeutschen Zeitung, der ein Entwurf für die „Energy Roadmap 2050“ der EU vorliegt, wird die Atomkraft von der Kommission als „wichtiger Faktor“ bezeichnet. Laut des Umweltinstituts München e.V. wird die Atomkraft darin für ihre vermeintlich klimafreundliche CO2-freie Energieproduktion zu vergleichsweise niedrigen Kosten gelobt. Das Dokument wurde am 15.12.11 in Brüssel vorgestellt.

Man bedenke hierbei, dass es weder eine Endlagerstätte für den Atommüll gibt, noch, dass man überhaupt weiß, wie mit dem Müll weiter verfahren werden soll. Berücksichtigt man alleine die Kosten, die bisher in die „Endlagersuche“ geflossen sind, kann man doch nicht ernsthaft behaupten, dass Atomstrom „billig“ ist! Das Umweltinstitut führt zudem die Kosten für Uranabbau und für die -anreicherung sowie die Kosten für den Rückbau an, welche zusammengezählt den Atomstrom um einen vielfachen Faktor teurer als Wasser-, Wind- und Solarenergie machen.

Wir berichteten Anfang Dezember über den Aufruf zur Unterstützung der Kampagne gegen Polens Atomprogramm. Es ist toll zu sehen, dass sich viele Menschen an diesem Protest beteiligt haben: Nach Informationen des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) konnten über 50.000 Einsprüche gegen den geplanten AKW-Bau in Polen gesammelt werden. Diese wurden bis zum 4. Januar 2012 über verschiedene Organisationen wie BUND, NABU und das Umweltinstitut München gesammelt und in Berlin an die polnische Botschaft überreicht.

Dienstag, 3. Januar 2012

Können Internetsuchmaschinen „grün“ sein?

Das Wissen im Netz gleicht einem unendlich großen Lexikon mit Informationen aus aller Welt. Diese Informationen müssen geordnet und gefunden werden. Suchmaschinen sind an dieser Stelle zweifelsfrei eine unheimliche Erleichterung für Internetnutzer, um schnell an relevante Informationen zu gelangen.

Haben Sie mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn Sie etwas von Suchmaschinen wie Google oder Bing für sich suchen lassen?


Bild: Alexander Klaus / pixelio.de
Die Funktionsweise von Suchmaschinen und die Wege einer Suchanfrage sind komplex und damit energieintensiv. Denn nicht nur der Betrieb unseres Endgerätes (PC, Handy usw.) benötigt Strom, sondern auch die großen Server in den Rechenzentren der Suchmaschinen. Der Betrieb der Server und deren Kühlung benötigen Strom - viel Strom.

Manche Quellen behaupten, dass eine einzelne Suchanfrage bei Google so viel Strom benötigt wie eine Energiesparlampe in einer ganzen Stunde. Oder anders gesagt:

Zwei Klicks bei Google setzen so viel CO2 frei wie das Aufbrühen einer Tasse Tee (siehe z.B. reset.to).

Angeblich liegt der Stromverbrauch allein von Google bei rund 2,3 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr (Stand: September 2011).

Ganz gleich wie hoch der Energieverbrauch nun auch tatsächlich sein mag: Bei der weltweiten Nutzung von Suchmaschinen kommt sicherlich ein erheblicher Stromverbrauch zusammen, der alles andere als marginal ist. Eine wichtige Frage, die sich stellt: Aus welchen Quellen kommt der Strom? Sind es konventionelle, klimaschädliche Energieformen oder handelt es sich um grünen Strom?

So genannte "grüne" Suchmaschinen unterstützen mit ihren Gewinnen Projekte für nachhaltigen Klimaschutz. Auch gibt es Öko-Suchmaschinen, die ihre Server mit Ökostrom betreiben. Der Haken ist laut utopia.de und reset.to jedoch folgender: Greifen die Öko-Suchmaschinen auf die konventionellen, großen Maschinen zurück, dann ist nicht viel gewonnen - oder sogar viel verloren (!).

reset.to verweist darauf, dass die Einnahmen der grünen Suchmaschinen erst durch die Werbeeinbindung und die Werbeklicks entstehen und kommt zu der Erkenntnis, dass grüne Suchmaschinen gegenüber den konventionellen Maschinen dem Klima mehr schaden als nutzen - zumindest wenn Werbung nicht angeklickt wird.

An dieser Stelle möchten wir ergänzen, dass es auch von Relevanz ist, zu welcher Seite der Klick auf einer Werbeanzeige führt. Handelt es sich dabei um eine wirklich grüne Seite, die auf einem klimaneutralen Server bereitgestellt wird?

Es ist unschwer zu erkennen, dass es viele unbekannte Parameter gibt, die eine Einschätzung der Klimaeffekte eines Klicks erschweren. Uns ist bis heute keine echte grüne Suchmaschine bekannt, die nicht auf die altbewährten großen Maschinen zurückgreifen. Wer eine echte grüne und unabhängige Suchmaschine kennt, sollte sein Wissen mit uns teilen.

Über Kommentare freuen wir uns!

Sonntag, 1. Januar 2012

Frohes Neues Jahr

Wir wünschen allen Lesern unseres Blogs, unseren Kunden, Geschäftspartnern und Mitbewerbern ein frohes Neues Jahr.

Es gibt viele Herausforderungen zu meistern. Auch in diesem Jahr möchten wir mit unserem Netzwerk weiter an einem Effizienzzuwachs und an einem Wachstum der Erneuerbaren Energien in der Region Weyhe, Bremen, Stuhr sowie Umgebung arbeiten.

In diesem Sinne: Frohes Neues Jahr!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Fukushima: Kontrolle sieht anders aus

Es ist stiller geworden um Fukushima - Schauplatz einer der größten Atomkatastrophen unserer Zeit. Nach anfänglichen Versuchen der japanischen Regierung, das Ausmaß dieser Tragödie herunterzuspielen, wird das Ausmaß der Katastophe immer offensichtlicher. Die Böden und Bäume sind in einem weiten Gebiet um das zerstörte Atomkraftwerk herum radioaktiv kontaminiert. Die radioaktive Strahlung steckt mittlerweile in Gemüse, Meeresfrüchten und Tee. Unheimliche Mengen an Wasser, die zur Kühlung der Brennstoffe benötigt wurden und werden, finden bald keinen Platz mehr in den Auffangbehältern - und die Situation ist trotz irreführender Meldungen noch immer nicht unter Kontrolle.

Bild: Thomy Weiss / pixelio.de
Die aktuelle Nachricht der japanischen Regierung, dass in der Atomruine Fukushima Daiichi der Zustand des „cold shutdown“ („Kaltabschaltung“) erreicht wurde, ist trügerisch. Man könnte nun meinen, dass die kontrollierte Abschaltung gelungen sei. Doch das ist nicht der Fall - der Begriff „cold shutdown“ wird nur anscheinend von einigen Leuten anders definiert.

Die Betreiberfirma TEPCO definiert den Zustand des „cold shutdown“ laut sonnenseite.com als die Senkung der Temperatur am Boden des Reaktordruckbehälters auf unter 100°C. Dadurch verkocht das Kühlwasser nicht mehr. Außerdem soll nach Angaben von TEPCO die radioaktive Freisetzung durch das AKW unter Kontrolle sein und das Risiko für die Bevölkerung signifikant reduziert sein. Da de facto keine Abschaltung vorliegt, ist der Begriff „cold shutdown“ irreführend.

Der Begriff Kaltabschaltung beschreibt letztendlich nur den Zustand des ausgeschalteten, heruntergefahrenen Reaktors, dessen Brennelemente durch die weitere Zufuhr von Kühlwasser über Monate so lange gekühlt wurden, dass die Nachzerfallswärme von anfangs fünf Prozent der Reaktorleistung abgeführt wurde und die Brennelemente auch ohne weitere Kühlung das Wasser nicht über 100°C erhitzen würde (siehe sonnenseite.com).

Allerdings gibt es in den Ruinen von Fukushima keine solchen Brennstäbe mehr. Sie sind geschmolzen und befinden sich nicht mal mehr im Reaktordruckbehälter. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat dazu eine sehr anschauliche Grafik in ihrem Artikel vom 16.12.11 veröffentlicht. Auf dieser ist gut zu erkennen, dass sich der geschmolzene Kernbrennstoff bereits in den Beton unter dem Reaktordruckbehälter gebrannt hat und das Grundwasser bedroht.

Offenkundig soll der Anschein erweckt werden, dass die Situation unter Kontrolle ist. Kontrolle sieht anders aus.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Studien zu KfW-Förderungen

Die KfW Bankengruppe berichtet in ihrer Pressemitteilung vom 16.12.11 von den Ergebnissen der bisherigen KfW-Förderungen.

Mit zwei aktuellen Studien zeigt die KfW die Erfolge ihrer Förderungen von Energiesparmaßnahmen im Gebäudebestand aus dem Jahr 2010 auf. Die Fördereffekte wurden durch das Institut Wohnen und Umwelt (IWU) und das Bremer Energieinstitut (BEI) untersucht.


Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe, gibt an, dass die Reduzierung des Energiebedarfs durch massive Effizienzsteigerungen bis zum Jahr 2050 ein wichtiges Ziel der deutschen Energiepolitik ist. Dabei spielt der Gebäudesektor eine entscheidende Rolle, da dort bedeutende Energieeinsparpotenziale wegen mangelnder finanzieller Mittel und Informationsdefiziten nicht genutzt werden, so Irsch weiter.

An dieser Stelle kommen die Programme der KfW Bankengruppe zum Tragen, die laut KfW im Jahr 2010 die energieeffiziente Sanierung und den energieeffizienten Neubau von 428.000 Wohnungen finanziert haben. Hinzu kommen Unterstützungen für Energieberatungen und Heizungsoptimierungen für 525.000 Wohnungen.

Wie berichtet liegt der effektive Jahreszins bei nur einem Prozent. Zudem gibt es attraktive Tilgungszuschüsse beim Erreichen festgelegter Effizienzniveaus.

Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 1 Million Tonnen gehört zu den weiteren Erfolgen der KfW-Förderung. Damit hat die KfW mehr als 40 Prozent der bis 2020 pro Jahr erforderlichen CO2-Reduktion privater Haushalte bewirkt. Insgesamt konnte der CO2-Austoß seit dem Jahr 2006 bis heute durch die KfW-Programme dauerhaft um 5,2 Millionen Tonnen gesenkt werden. Hinzu kommt, dass mit den im Jahr 2010 geförderten Energiesparmaßnahmen 6,4 Milliarden Euro an Heizkosten eingespart werden können. Insgesamt konnten Investitionen von über 22 Mrd. Euro erzielt und damit 287.000 Arbeitsplätze für mindestens ein Jahr gesichert werden. Ein enormer Erfolg.

Quelle: kfw.de

Freitag, 23. Dezember 2011

Energetischer Jahresrückblick 2011: Lichtblicke, Katastrophen & Co

Katastrophen und Lichtblicke - Skandale und positive Ereignisse. 2011 hatte in der Tat einiges zu bieten.

Wir wagen einen etwas ausführlicheren Jahresrückblick, der auch in diesem Jahr keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Alle Ereignisse aufzuzählen würde wohl den Rahmen eines Blogbeitrages sprengen. Daher halten wir es wie gewohnt lieber kurz und übersichtlich.



Katastrophen & Schattenseiten:

Beginnen wir mit dem Ereignis, das in der Kategorie „Katastrophen & Skandale“ den Titel „Katastrophe“ wirklich mehr als nur verdient hat und die Debatte um die zukünftige Energieversorgung aufs Neue auf die Agenda gebracht hat: Die atomare Katastrophe Fukushima ist wohl eines der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte überhaupt.

Merkwürdigerweise ist Fukushima derart oft in Medien thematisiert worden, dass sich ein gewisser Abnutzungseffekt ergeben hat und einige Menschen regelrecht abstumpfen lassen hat. Die große Frage am Ende des Tages ist und bleibt deshalb: Wie oft müssen sich derartige Katastrophen wiederholen, bis der Mensch aus seinen Fehlern lernt und tatsächlich Veränderungen hervorbringt?

Die Ökostromanbieter wurden in den Tagen nach Fukushima regelrecht überrannt von neuen Kunden. Mal Hand aufs Herz: Von welchem Stromanbieter beziehen Sie Ihren Strom? Ist Ihr Anbieter unabhängig oder nur ein weiteres Zahnrad im Getriebe der Atomindustrie?

Es ist eine traurige, aber fundamentale Erkenntnis, dass Ökostrom seinen Namen nicht immer verdient. Auswahlkriterium des „richtigen“ Stromanbieters sollte dabei stets die Unabhängigkeit des jeweiligen Anbieters sein.

Klar: Rein physikalisch ist der Strom aus der Dose vor Ort auch bei unabhängigen Ökoanbietern derselbe! Doch vergessen viele Menschen dabei den eigentlich entscheidenden Effekt der „geldlichen Umverteilung“. Denn die alleinige Sprache, die ein marktwirtschaftliches System versteht, ist letztendlich der Marktpreis, der sich über Angebot und Nachfrage bildet. Entscheidend ist mit anderen Worten der Geldfluss. Unternehmen, deren Geschäft allein auf den Verkauf von echtem Ökostrom ausgelegt ist, können kein Geld mehr für schmutzige Energieträger „abzwacken“, sondern müssen ganz im Gegenteil ihre regenerativen Erzeugungsquellen noch weiter ausbauen.

Doch nach Fukushima folgten weitere Ereignisse: Im August 2011 kam es im Landkreis Wolfenbüttel in dem Atommülllager Asse zu einem Schwelbrand aufgrund eines technischen Defekts an einer Schaltanlage im ersten Kellergeschoss des Gebäudeteils 12. Im gleichen Monat sprangen die Schutzeinrichtungen im deutschen Kernkraftwerk Brockdorf an. Das AKW musste daraufhin vom Netz getrennt werden. Radioaktive Strahlung sei dabei laut E.ON nicht ausgetreten.

Im Folgemonat September ging dann eine weitere Nachricht um die Welt, die Erinnerungen an das verheerende Schicksal Japans weckte: Die Explosion in einem Verbrennungsofen für schwach radioaktive Materialien in der Atomanlage Marcoule in Frankreich. Dabei wurde eine Person getötet und vier weitere Personen verletzt. Dies erreicht zwar bei Weitem nicht die Dimension des Unglücks in Fukushima, aber dennoch ist dieser Vorfall ein weiterer Beweis wie gefährlich und anfällig Atomprojekte auch hier in Europa sind.

Aus diesem Grunde sollte der politische Wille konsequent auf einen Atomausstieg gerichtet sein. Ein Ausstieg im eigenen Land darf somit nicht den Wiedereinstieg in ausländische Atomprojekte bedeuten. Deshalb ist die Rolle der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem Ausbau von Atomprojekten im Ausland widersprüchlich. Man denke hier an das Vorhaben, erneute Zusagen zur Hermes-Bürgschaft über 1,3 Milliarden Euro zu geben (siehe bund.net). Ein politischer Widerspruch und Skandal.

Ebenso fragwürdig ist die EU-weite Erhöhung der geltenden Grenzwerte mit Blick auf die radioaktive Belastung von Lebensmitteln. Auch hieran war die Fukushima-Katastrophe wahrscheinlich nicht ganz unbeteiligt.

Richten wir nun einen Blick in Richtung Energieeffizienz: 2011 sind die hocheffizienten energetischen Gebäudesanierungen in der BRD nach Schätzungen der Deutschen Energie-Agentur (dena) im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte zurückgegangen. Gründe für diese Entwicklung sind laut dena vor allem die extreme Verunsicherung der Verbraucher durch den Streit um die zusätzlichen steuerlichen Anreize und die finanziell nicht ausreichenden Förderprogramme für energetische Gebäudesanierungen. In Sachen Energieeinsparung ein echter Rückschritt – ganz gleich woran der Rückgang auch liegen mag.

Zu nennen ist in dieser Kategorie abschließend auch der zweifelhafte Ausgang der Klimakonferenz in Durban, der auch von vielen Umweltschutzorganisationen kritisiert wird. Erst 2015 soll ein verbindliches und weltweites Klimaschutzabkommen abgeschlossen werden. Dieses würde dann erst 2020 wirksam werden. Frage: Wenn eine Uhr fünf vor Zwölf zeigt, warum muss man dann erst um fünf nach Zwölf darüber debattieren, ob und wie man einen Termin um 12:06 managen kann? Wo ist der politische Wille? Wo bleiben die rechtsverbindlichen Instrumente? Und noch eine andere Frage: Muss man überhaupt über die Zukunft unseres Planeten verhandeln? Wäre da nicht das eigentliche Handeln (!) weitaus besser?

Fördermittel & Energiekonzept der Bundesregierung:

„Klima schützen – erneuerbare Energien stärken“ lautet die Devise der Bundesregierung – auch vor dem Hintergrund der katastrophalen Ereignisse in Fukushima.

Die Bundesregierung verkündete in der Mitte des Jahres die Aufstockung des KfW-Gebäudesanierungsprogramms auf 1,5 Milliarden Euro im Rahmen des neuen Energiekonzeptes. In diesem Zusammenhang darf nicht verschwiegen werden, dass der dafür verfügbare „Förderpott“ im laufenden Jahr 2011 ohnehin auf 437 Millionen Euro zusammengestrichenen worden war. Insofern revidierte die Bundesregierung eigentlich nur ihren elementaren Fehler. Wohlgemerkt belief sich das Förderungsbudget 2009 noch auf zwei Milliarden Euro, was selbst in dieser Höhe mit Blick auf die Klimaschutzziele immer noch bescheiden klein ist.

In ihrem Energiekonzept setzt die Bundesregierung auf den Faktor Windkraft – an sich eine sehr gute Idee. Auffällig ist und bleibt jedoch, dass die anderen erneuerbaren Energieformen eher als Randnotiz auftauchen, wenn es etwa heißt: „(…) Wasserkraft, Fotovoltaik, Geothermie und Biomasse kommen hinzu.“.

Vor allem der Photovoltaikmarkt hat 2011 massiv gelitten. Dabei ist gerade die solare Stromerzeugung für eine dezentrale und moderne Energieversorgung ganz wesentlich. Vor allem deshalb, weil diese Form der Energieerzeugung die Energiewende in eine starke und oft unterschätzte Hand legt – nämlich in Bürgerhand! Denn letztendlich sind es doch die Bürger, die die Energiewende vorantreiben und den Wandel in diesem Land voranbringen.

Ein wahrer Lichtblick in der Förderpolitik des Bundes sind die historisch tiefen Zinsen. Für eine energetische Sanierung stellt der Staat für Gebäude, die vor 1995 erbaut worden sind, günstige Gelder bereit: Sage und schreibe einen Prozent effektive Zinsen bei einer zehnjährigen Zinsbindung bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) den sanierungswilligen Bürgern an. Ohne Zweifel günstiges Geld. Nur ist dieses Signal noch lange nicht in der Bevölkerung angekommen, wenn man sich die bescheidenen Sanierungsquoten ansieht. Oder haben Sie schon mal einen Werbespot der Bundesregierung gesehen, der auf die günstigen Konditionen hinweist?

Da hängt es wohl auch zukünftig weiterhin am Energieberater, sich im Förderdschungel zu orientieren und dem Kunden maßgeschneiderte Finanzierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Vielleicht ist die Förderpolitik in Deutschland aber auch einfach zu unbeständig und wechselhaft!? Wir erinnern uns beispielhaft: Die Förderung von Einzelmaßnahmen im Falle einer energetischen Sanierung wurde zum 01. September 2010 eingefroren und erst wieder im März 2011 neu aufgenommen. Das ist nun nicht gerade eine verlässliche Geldquelle und ist fernab einer zuverlässigen Planbarkeit.

Dennoch: Gute Zinsen für gute Maßnahmen sind ein überaus gutes und wichtiges Signal! Zumal die Bundesregierung auch angekündigt hat, das energetische Sanierungsprogramm zur Energieeffizienz (KfW-Programm: Energieeffizient Sanieren) auch 2011 fortzuführen. Sanierungswillige sollten die Gunst der Stunde also nutzen. Wer weiß wie lange die „gute Laune“ des Staates noch anhält?

In unserem Energieberatungsunternehmen haben sich jedenfalls die Anfragen in Sachen KfW-Förderung – entgegen dem Trend - deutlich erhöht.

Wie steht es um die Sonnenstromförderung? Die Solarindustrie und der SFV hatte die Bundesregierung mehrfach vor weiteren Absenkungen der Photovoltaikvergütung gewarnt. Dennoch hat die Regierungskoalition die Einspeisevergütungen im Zeitraum Januar 2009 bis Januar 2011 ganze fünf Mal außerplanmäßig abgesenkt und zum 01. Januar 2012 ist bereits die nächste „planmäßige“ Kürzung angekündigt.

Die außerplanmäßige Kürzung in der Jahresmitte 2011 blieb aus, da der Photovoltaik-Markt durch die Kürzungspolitik eingebrochen war. Laut SFV wurden im Zeitraum März bis Mai 2011 PV-Anlagen mit einer installierten Gesamtleistung von ca. 0,7 Gigawatt in Betrieb genommen, was auf das Jahr 2011 hochgerechnet einem jährlichen Zubau in Höhe von nur ca. 2,8 GW bedeutet (2010 waren es noch ca. 7,4 GW). Zusammenfassend eine eher traurige Bilanz, wenn man das technisch und wirtschaftlich Machbare in diesem Land im Blick hat.

Nicht umsonst kommt es laut einer Studie der Schweizer Bank Sarasin & Co. AG in den kommenden Monaten zu einer „Marktbereinigung in der Solarindustrie“, die laut Studie nur gut aufgestellte Unternehmen überleben werden.

Lichtblicke:

Der Atomausstieg ist tatsächlich eine wichtige Konsequenz aus Fukushima und wahrscheinlich die einzige positive Folge der sonst so traurigen Atomkatastrophe. Immerhin acht Kernkraftwerke wurden abgeschaltet. Dennoch ist Deutschland unterm Strich nach wie vor Stromexporteur, denn die BRD exportiert immer noch mehr Strom ins Ausland, als importiert wird. Der Beschluss, dass in Deutschland bis 2022 alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden sollen, ist insgesamt ein Grund zur Freude.

Zusammenfassend handelt es sich bei dem Atomausstiegsbeschluss jedoch um rund sieben Jahre mehr Laufzeit als es der rot-grüne Beschluss ursprünglich vorgesehen hatte. Nur gegenüber der ursprünglichen Planung von schwarz-gelb liegt - allerdings wenig überraschend - eine deutliche Verbesserung vor. Nach Fukushima später aussteigen als es eigentlich vor Fukushima von rot-grün geplant war? Sieht so ein konsequenter Ausstieg aus?

Immerhin: Erfreulich ist die Richtung der Entscheidung, auch wenn das Tempo des Ausstiegs zu wünschen übrig lässt.

Es ist zudem erfreulich, dass der Protest in Deutschland eine neue quantitative Dimension erreicht hat. Die Anti-Atombewegung konnte beispielsweise viele Erfolge in diesem Jahr feiern: Noch nie waren so viele Menschen auf der Straße. Es gibt viele neue und jüngere Gesichter und allein der Castorprotest konnte einiges erreichen.

In dem Bereich der Erneuerbaren Energien gibt es auch erfreuliche Geschichten zu berichten: Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wurden 2011 rund 20 Prozent des Strombedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Ein beachtlicher Anteil, der weitaus weniger Subventionen verschlungen hat, als die konventionellen Energieträger. In der ersten Jahreshälfte 2011 wurden durch erneuerbare Energiequellen 57,3 Milliarden Kilowattstunden produziert. Im Vorjahr konnten in der ersten Jahreshälfte hingegen nur 18,3 Prozent durch die Erneuerbaren gedeckt werden. Ein Anstieg, der auch zum großen Teil dem in der Summe hohen Zubau von Photovoltaikanlagen zu verdanken ist.

Auch 2011 war Solarstrom für die Anlagenbetreiber rentabel, da die Kosten für schlüsselfertige PV-Anlagen auch 2011 wesentlich gesunken sind. Allein in den vergangenen fünf Jahren haben sich die Kosten laut Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) mehr als halbiert. Der BSW prognostiziert, dass der auf dem eigenen Dach produzierte grüne Strom schon 2014 günstiger sein wird, als die üblichen Haushaltsstromtarife.

Im Gegensatz zu dem leider weit verbreiteten Vorurteil, dass Strom aus erneuerbaren Energiequellen den allgemeinen Strompreis in die Höhe treibt, senken Erneuerbare Energien den Großhandelspreis für Strom nachweislich. Auf diese Weise ist der 16. Juli 2011 in die Geschichte der Stromwirtschaft in der BRD eingegangen. Zwischen 14 und 15 Uhr ist an diesem Tag der Strompreis am Spotmarkt der Strombörse EEX auf nur 2,5 Cent pro Kilowattstunde gefallen, was dem niedrigen Preisniveau von Nachtstrom entspricht. Maßgebliche Ursache dafür war der Solarstrom. Ein erneuter Beweis, dass die Erneuerbaren Energien volkswirtschaftlichen Nutzen bringen.

Eine bedeutende Randnotiz im Bereich der energiesparenden Beleuchtung ist der 01. September 2011, denn seitdem gibt es die klassische 60-Watt-Glühlampe im Handel nicht mehr zu kaufen. Das begründet sich in einem Verbot, ineffiziente Glühbirnen zu verbreiten. Ein kleiner Siegeszug für die Energieeffizienz - schließlich ließen sich allein in Deutschland zwei Atomkraftwerke einsparen, wenn ausschließlich sparsamere Leuchten zum Einsatz kämen.

Und zum Schluss unser persönlicher Lichtblick: Mit unserem Energieberatungsteam konnten wir 2011 noch mehr für die Energiewende tun, da wir unseren Kundenstamm weiter nachhaltig ausbauen konnten. Wir haben viele Sanierungsvorhaben und Projekte begleitet und möchten uns daher für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr bedanken. Unser Dank gilt unseren Kunden, Geschäftspartnern, Kollegen und Freunden.

Mit dem Jahr 2011 geht ein ereignisreiches Jahr zu Ende. Vor allem Fukushima hat gezeigt, dass das fossil-atomare Zeitalter nun endgültig der Vergangenheit angehören muss. All unsere Hoffnung liegt nun in der Zukunft. Es geht um zentrale Themen: Wir brauchen mehr Energieeffizienz und einen schnellen Umstieg auf Erneuerbare Energien.

Ein Ziel, an dem wir als Energieberater auch mit unseren Kunden und Gleichgesinnten arbeiten.

Wir wünschen Ihnen ein erholsames Weihnachtsfest und freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf das Jahr 2012.

Ihr enerpremium-Team